Der Parasol: Riesenpilz in Brandenburgs Wäldern

Parasol-Pilz Paukenschlegel Jungpilz
Junger Parasol-Pilz Foto: Silke Böttcher

Der Parasol, auch Riesenschirmpilz genannt, macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Sein Schirm ist so groß, dass er Schatten wirft – und gerade kürzlich habe ich einen gesehen, der so groß war, dass man ihn sich bei Regen über den Kopf halten könnte und trocken bleiben würde (auf dem unteren Foto zu sehen – eine Eichel dient als Größenvergleich). In Brandenburg kann man ihn in diesem Herbst häufig sehen.

Der Parasol: Vom Paukenschlegel zum Riesenschirm

Es ist ein eindrucksvoller Pilz. Wenn er jung ist, sieht er aus wie ein Paukenschlegel (siehe großes Foto), erst später öffnet er seinen Schirm zu seiner ganzen Pracht. Die Oberseite des Parasol-Pilzes ist hellbeige mit dunkleren, ungleichmäßig angeordneten Schuppen. Von oben gesehen hat er tatsächlich Ähnlichkeit mit einem Sonnenschirm („parasol“). An der Unterseite trägt er weiße Lamellen. Der Stiel ist hellbraun gemustert und hat etwa auf halber Höhe einen Ring, der sich verschieben lässt.

Guter Speisepilz

Wer einen Parasol im Wald sieht, der kann sich freuen. Denn er ist ähnlich wie der Steinpilz ein ausgezeichneter Speisepilz, den man wie ein Schnitzel zubereiten kann (roh sollte man ihn nicht essen). Er schmeckt ein bisschen nussig. Der vergleichsweise dünne Stiel allerdings ist holzig und sollte abgeschnitten werden. Am besten schmeckt der Parasol, wenn er entweder noch seine Paukenschlegel-Form hat oder gerade dabei ist, sich zu öffnen.

Finden kann man den Pilz zwischen Juli und Oktober vor allem in lichten Wäldern und auf Wiesen, selbst in Parks fühlt er sich wohl. Er mag nährstoffreiche Böden und ältere Wälder und steht oft in Gruppen.

Der Parasol und seine Verwandten

Angst vor Verwechslung muss man beim Parasol nicht haben. Ein bisschen Ähnlichkeit hat er mit dem (jung ebenfalls essbaren) Safranschirmpilz, der aber kleiner ist und dessen Fleisch sich bei Berührung rötlich färbt. Es gibt auch Schirmpilz-Arten, die giftig sind, allerdings sind sie alle deutlich kleiner und tragen keine Schuppen auf dem Hut.

Anlaufstelle für unerfahrene Pilzsammler

Übrigens: Wer nach dem Pilzesammeln unsicher ist, ob das, was er im Korb hat, alles essbar ist, kann sich an eine Pilzberatungsstelle wenden (z.B. im Botanischen Museum, Königin-Luise-Str. 6-8, zwischen Mitte September und 7. November montags von 13.30-16.30 und freitags von 15.30-17.30 Uhr. Ausnahmen: 3.10. und 31.10 geschlossen).

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