Der Seidenschwanz – exotischer Gast aus der Taiga

Seidenschwanz Foto: Eberhard Müller
Seidenschwanz Foto: Eberhard Müller

Es gibt Zugvögel, für die Deutschland der Süden ist. Während  Störche, Mauersegler, Kraniche und andere einheimische Vögel der Kälte in Richtung Spanien oder Afrika entfliehen, kommen andere aus dem hohen Norden zu uns.  Dazu gehört der Singschwan, den man im Winter zum Beispiel im Oderbruch sehen (und hören) kann. Einem weiteren Gast kann man mit etwas Glück sogar in der Berliner Natur begegnen: dem exotischen Seidenschwanz.

Der Seidenschwanz liebt Beeren und Obst

Der schöne, etwa starengroße Vogel mit seinem orangegrauen Gefieder mit bunten Flügeln, den schwarz-orangefarbenen Augenstreifen und der kecken Federhaube wohnt normalerweise in der Taiga. Aber wenn es dort zu kalt wird, zieht der Seidenschwanz ein Stück weiter südlich. In Deutschland gibt es dann noch Insekten. Sobald die verschwunden sind, wird er zum Vegetarier und ernährt sich von Vogelbeeren, Hagebutten, Mistelfrüchten und – wenn er Glück hat – auch mal von übriggebliebenem Obst. Der Seidenschwanz auf dem Foto hat sich bei seiner Apfel-Mahlzeit überhaupt nicht vom Fotografen stören lassen.

Was die Vögel in den Süden treibt

Manchmal kann man die geselligen Vögel in größerer Zahl an Bäumen und Sträuchern sehen (auch bei der Stunde der Wintervögel werden sie regelmäßig beobachtet). Besonders scheu sind sie nicht. Allerdings kommen sie nicht in jedem Jahr. Immer dann, wenn ihre Zahl in der Heimat während des Sommers besonders hoch ist und das Nahrungsangebot im Winter zu gering ist, ziehen die Vögel Richtung Süden. Manche meinen, dass ein strenger Winter droht, wenn im Herbst besonders viele Seidenschwänze bei uns auftauchen. Früher glaubte man sogar, dass die plötzlich auftauchenden Vogelschwärme Zeichen für eine Pestepidemie oder andere Unglücke sind. Heute weiß man es besser.

Der Seidenschwanz im Garten

Wer den schönen Seidenschwanz gerne in seinem Garten beobachten möchte, sollte Ebereschen, Wacholder oder Weißdorn anpflanzen oder zumindest ein paar Äpfel oder Birnen an den Bäumen hängen lassen.  Ein paar Monate bleibt der Vogel in Deutschland, danach zieht er zurück in die Taiga.

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