Der Wald – Berlins grünes Wunder

Eiche im Grunewald
Eiche im Grunewald Foto: Silke Böttcher

Wussten Sie, dass vor 10.000 Jahren noch Elche und Auerochsen ungefähr dort Gras gezupft haben, wo heute der Kurfürstendamm ist? Vor 10.000 Jahren nämlich war das Gebiet des heutigen Grunewaldes gerade dabei, sich von der Tundra in einen Wald zu verwandeln.  An Berlin war zu der Zeit natürlich noch lange nicht zu denken. Aber der Berliner Wald war schon da.

Berliner Wald: Nicht mehr wirklich wild – aber sehr beliebt

Heute hat er wie alle anderen Berliner Wälder mit der Wildnis von einst nicht mehr allzu viel gemeinsam. Die wildesten Tiere, die in Berlins Natur umherwandern, sind (vom Menschen mal abgesehen) die Wildschweine. Dass viele Bäume durch die Umweltverschmutzung krank sind, ist eine Geschichte, die demnächst auch einmal erzählt werden muss. Aber die Liebe der Berliner für ihre Wälder ist ungebrochen, am Wochenende kann es an manchen Stellen im Grunewald schon mal beinahe so voll sein wie beim Schlussverkauf.

29.000 Hektar Wald gibt es in Berlin

Allein sein kann man aber trotzdem in allen Wäldern, denn in Berlin gibt es schließlich mehr Grün und Natur als in anderen Großstädten. 29.000 Hektar Wald verwaltet das Landesforstamt (Berliner Forsten), und es gibt vier Forstämter (Grunewald, Köpenick, Pankow und Tegel) mit insgesamt 29 Revierförstereien, und immerhin 17,9 Prozent der Landesfläche Berlins sind Wald, der größte davon ist der Grunewald mit 3000 Hektar Fläche. Wenn man dann noch die Parks, die anderen Schutzflächen und die Straßenbäume dazurechnet, wird klar, wie grün Berlin ist und welche Bedeutung diese Schatzkiste für die Stadt hat. Schließlich sind die Stadtwälder wichtig für Berlins Trinkwasserversorgung!

Kiefern, Eichen und Buchen

Übrigens sind Kiefern die mit Abstand häufigsten Bäume im Berliner Wald, gefolgt von Eichen und Buchen.  Seit einigen Jahren ist die Stadt aber dabei, die Wälder noch mehr in Mischwälder umzugestalten. „Waldumbau“ nennt sich dieses Vorhaben, bei dem zum Beispiel junge Laubbäume zwischen die Kiefern gesetzt werden.

Ein Kinofilm über Europas Wälder

Das Gerade läuft in einigen Berliner Kinos ein Film, der wunderbar zum Thema passt.  „Das grüne Wunder – Unser Wald“ zeigt in großartigen Bildern die so schöne wie gefährdete Welt der Wälder in Europa.  Gezeigt wird das ganze Spektrum an Lebewesen, vom Schillerfalter über den Hirschkäfer bis zum Fuchs. Sechs Jahre war der Naturfilmer Jan Haft in Deutschland, Österreich und Dänemark unterwegs, verbrachte mit seinem Kamerateam 100 Nächte in Tarnzelten, flog mit dem Heißluftballon über Walddächer und sammelte so insgesamt 250 Stunden Filmmaterial, die in den 93minütigen Dokumentarfilm einflossen.

Der Schauspieler Benno Fürmann führt durch das Werk, das ganz nah herangeht an die kleinen und großen Wunder im Wald, von den kämpfenden Hirschkäfern im Baum über den Regenguss, der Insekten aus dem Tritt bringt, vom röhrenden Hirsch bis zum Zeitraffer hochschießenden Pilz. Wer den Film sieht, wird vermutlich anschließend mit einem neuen Blick durch den Wald gehen. Zu sehen ist der Film in dieser Woche im Kino & Café am Ufer (Uferstr. 12, Wedding, und im Kulturhaus Spandau, Mauerstr. 6 – Termine und Zeiten finden Sie unter dem Link für den Film).

623 total views, 5 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis