Die Apfelzeit hat begonnen

Apfel
Apfel am Baum

Er gehört zum Feinsten, was der Spätsommer zu bieten hat. Knallgrün oder rotbackig, leuchtend gelb oder von allem ein bisschen. Genau:  die Rede ist vom Apfel.  Glücklich ist, wer einen Apfelbaum im Garten hat. Oder jemanden kennt, der gerne etwas von seiner Ernte abgibt. Manchmal, wenn man in Brandenburg unterwegs ist, findet man sogar Apfelbäume an wenig befahrenen Straßen. Ich will jetzt natürlich niemanden zu kriminellen Handlungen überreden…

Der Apfel – zuckersüß oder säuerlich

Anders als der seltene Wildapfel, dessen Früchte nicht wirklich delikat sind, spendiert uns die kultivierte Variante knackig leckere Äpfel zwischen zuckersüß und feinsäuerlich. Insgesamt hat die Pflanzengattung Apfel, die übrigens zu den Rosengewächsen gehört, ungefähr 50 Arten, und die bekannteste ist unser Kulturapfel, der so ziemlich in jedem Garten wächst.  Der Baum kann mehr als zehn Meter hoch werden. Im Frühling bildet er wunderschöne weiße oder zartrosafarbene Blüten, die sofort Scharen von Bienen anlocken.

Berühmte und (fast) vergessene Apfelsorten

Die Früchte sind im Spätsommer dran. Also jetzt. Eine paradiesische Zeit für alle Apfelfans, die  zwischen so herrlichen Sorten wie Finkenwerder Herbstprinz, Jonagold, Berlepsch, Goldparmäne oder Kaiser Wilhelm wählen können.

Die Zahl der Sorten ist stark gesunken

Dass sich die Zahl der Sorten in den letzten 100 Jahren deutlich verringert hat, ist eine andere Geschichte – und dass man in den meisten Läden noch viel weniger Sorten bekommt, ebenfalls:  In Deutschland gibt es heute etwa 1500 Sorten  (Ende des 19. Jahrhunderts gab es weltweit um 20.000 Sorten), aber nur ein Bruchteil davon (ungefähr 50) liegt im Supermarktregal, darunter der beliebte, aber nicht allzu vitaminreiche Granny Smith.

Kühl und frostsicher lagern

Andere Sorten sind so selten, dass sie schon fast in Vergessenheit geraten sind. In manchem Biosupermark bekommt man  immerhin einige davon und außerdem solche, die lange gelagert werden können (etwa Berlepsch, Boskoop, Elstar, Cox Orange oder Idared – Äpfel sollten kühl, frostsicher, ohne sich zu berühren und bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden). Wunderbar probieren kann man die unterschiedlichsten Apfelsorten zum Beispiel in Neumanns Erntegarten in Potsdam, wo man einige davon auch selbst pflücken kann (Infos: www.neumanns-erntegarten.de).

Beliebt in der Küche

Mindestens so beliebt wie der Apfel selbst ist der Apfelsaft, wofür allerdings nur sehr säurehaltige Früchte verwendet werden. Für alkoholische Getränke von Cidre bis Calvados werden Äpfel mit relativ hohem Gerbstoffanteil eingesetzt.  Und dann wären da noch die anderen Verwendungsformen für das Lieblingsobst der Deutschen: Man kann Mus daraus machen, Kompott und – vor allem – Apfelkuchen in den unterschiedlichsten Varianten.

Die Heilkraft des Apfels

Aber der Apfel kann noch mehr. Der Spruch „An apple a day keeps the doctor away“ („Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“), der vor mehr als 100 Jahren erfunden wurde, ist schon sehr wahr.  Die Frucht ist enthält mehr als 30 Vitamine und Spurenelemente, dazu Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Eisen und ist dabei ziemlich kalorienarm. Schon seit Jahrtausenden gilt der Apfel als heilkräftiges Mittel, heute wird er zum Beispiel gegen Verstopfung und Konzentrationsstörungen eingesetzt. Er vermindert das Risiko, an Krebs und Herzbeschwerden zu erkranken, schont den Magen und hilft  bei Asthma. Es heißt, dass Äpfel  sogar gegen Alzheimer und Parkinson helfen können. Eine Medizin, die leckerer ist, kann ich mir kaum vorstellen!

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