Die ersten Frühblüher sind da

Schneeglöckchen
Schneeglöckchen Foto: Silke Böttcher

Gestern habe ich die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen gesehen. Das sagt zwar noch nicht allzu viel über den Frühling – immerhin tragen beide Frühblüher die kalte Jahreszeit sogar in ihren Namen. Aber sie gehören zu den ersten Gewächsen des Jahres, die zu blühen beginnen. Und das fühlt sich dann trotzdem schon ein bisschen nach Frühling an.

Hasel, Winterling und Schneeglöckchen

Die Hasel trägt schon seit einiger Zeit Blüten – die leuchtend gelben Kätzchen sind überall zu sehen (Allergiker können ein Lied davon singen). Aber auf dem Boden sind Winterlinge und Schneeglöckchen noch ziemlich unter sich. Die Pflanzen nutzen die kurze Zeit, in der die Bäume noch keine Blätter tragen und entsprechend viel Licht auf den Boden fällt, für die Blüte.

Frühblüher haben Speicherorgane

Viele der mehrjährigen Frühblüher haben Speicherorgane, etwa Zwiebeln oder Wurzelknollen, weil die Fotosynthese so früh im Jahr nicht genug Energie für die Ausbildung der Blüten liefert. In den Speicherorganen sammeln die Pflanzen Stärke und Mineralstoffe. Interessant ist, dass zum Beispiel die Zwiebel des Schneeglöckchens sogar Frost braucht, damit sie anschließend bei Plusgraden austreiben kann. Damit wird sichergestellt, dass die Pflanze nicht schon im Herbst anfängt zu wachsen.

Licht und Wärme regen das Wachstum an

Bei einjährigen Pflanzen sind es die Samen, die nach dem Winter austreiben. Sobald Licht und Wärme über dem Boden ausreichen, beginnen die Frühlingsboten zu wachsen.

Erstaunlich ist, dass die Pflanzen „spüren“, wenn ihre Zeit gekommen ist. Bei einigen ist es die steigende Bodentemperatur, bei anderen die Zahl der Sonnenstunden, die das Wachstum beeinflussen.

Pflanzen mit Frostschutzmittel

Mit der spätwinterlichen Kälte haben die Pflanzen keine Probleme, denn sie schützen sich auf raffinierte Weise. Normalerweise wäre Frost für Pflanzen sehr gefährlich, denn beim Gefrieren würde die Zellstruktur zerstört. Dagegen schützen sich winterharte Pflanzen mit einer Art Frostschutzmittel. Sie schalten ihren Stoffwechsel um: Statt Glukose produzieren sie Glycerin (einen Zuckeralkohol) und zerlegen Stärke in Glukose.

Auf diese Weise senken sie den Gefrierpunkt so weit, dass sich keine Eiskristalle bilden können, und sie bringen sogar den Schnee um sich herum zum Schmelzen. Nach einer frostigen Nacht sieht man die Pflanzen manchmal schlapp am Boden liegen. Meistens sind sie aber nicht erfroren, sondern richten sich nach einer Weile wieder auf.

Frühblüher im Garten

Wer Frühblüher im Garten oder Balkon haben möchte, sollte allerdings bedenken, dass die jetzt gekauften, vorgezogenen Pflanzen aus dem Gartencenter eine Weile brauchen, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Auf den Kälteschutz sollte man sich bei ihnen sicherheitshalber nicht verlassen.

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