Die Gefleckte Heidelibelle ist die Libelle des Jahres 2015

Die Libelle des Jahres 2015 ist so selten, dass man sie schon auf die Rote Liste der gefährdeten Arten setzen musste. Die Chancen, die Gefleckte Heidelibelle zu sehen, sind also leider nicht sehr groß.

Die Gefleckte Heidelibelle trägt orangegelbe Flecken auf den Flügeln

Erkennen kann man das hauchzarte Insekt an den großen orangegelben Flecken auf den sonst durchscheinenden Flügeln. Der Hinterleib ist beim Männchen rot, bei kühleren Temperaturen verändert sich die Farbe in Richtung Braun. Das Weibchen trägt eine gelbbraune Farbe. An der Seite haben die Libellen einen schwarzen Streifen und dicht an der Spitze der Flügel tragen sie rotbraune Linien.

Hauchzarte Flügel

Die Flügelspannweite der Gefleckten Heidelibelle liegt bei etwa sechs Zentimetern, der Körper ist vier Zentimeter lang. Die Flügel sehen aus wie hauchdünnes Papier – bei kühlen Morgentemperaturen sind sie manchmal von unzähligen Tautropfen bedeckt (siehe Foto). Ich habe sogar mal ein Foto einer Libelle gesehen, die ganz von Reif bedeckt war. Glücklicherweise stand dabei, was später mit ihr geschehen ist: Mit Hilfe der Sonne ist sie „aufgetaut“ und wenig später davongeflogen.

Vorliebe für flache Gewässer

Lebensraum der Gefleckten Heidelibelle sind flache, stille Gewässer mit möglichst wenig unbewachsenen Bereichen und flach auslaufenden Ufern mit Seggen-Bewuchs. Dazu gehören auch verlandende Seen und feuchte Wiesen. Sonne liebt sie sehr, aber mit kühlen Temperaturen kommt sie gut zurecht: Sie bevorzugt nördliche Regionen – selbst in Sibirien gibt es sie. Aber man kann ihr auch im nördlichen Mittelmeergebiet begegnen.  Unterwegs sind sie von Mitte Mai bis Oktober, vorher lebten sie als Larve auf dem Grund von flachen Gewässern mit schwankendem Wasserstand.

Verschwindender Lebensraum bedroht die Gefleckte Heidelibelle

Die besonderen Ansprüche an den Lebensraum sind auch der Grund dafür, dass die Gefleckte Heidelibelle so selten geworden ist. Das Trockenlegen von Überschwemmungswiesen, der sinkende Grundwasserspiegel und das Einleiten großer Mengen an Nährstoffen durch die Landwirtschaft lassen das schöne Insekt verschwinden. Mit der Wahl zur Libelle des Jahres 2015 wollen die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Fachbegriff für Libellenforscher) und der BUND auf die besondere Schutzwürdigkeit aufmerksam machen.

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