Die Grüne Stinkwanze und ihre Geheimwaffe

Nymphe der Grünen Stinkwanze Foto: Silke Böttcher
Nymphe der Grünen Stinkwanze Foto: Silke Böttcher

Einige Tiere tragen eine Warnung im Namen, die man bitteschön ernst nehmen sollte. Bei der Grünen Stinkwanze gilt das auf jeden Fall. Sie kann, obwohl sie winzig ist, nämlich einen wirklich üblen Geruch verströmen, wenn sie sich bedroht fühlt.

Grüne Stinkwanze: Nymphen sehen aus wie Käfer

Das Foto zeigt eine noch nicht ganz ausgewachsene Grüne Stinkwanze, die sogenannte Nymphe. Dieser Begriff steht in der Biologie für Jungtiere, die dem erwachsenen Tier schon sehr ähnlich sehen. Im Unterschied dazu stehen Larven, bei denen man Mühe hat, sich vorzustellen, was einmal daraus wird (gute Beispiele sind die Larven des Marienkäfers und die Raupen von Schmetterlingen, die ganz anders aussehen als der fertige Käfer bzw. der ausgewachsene Schmetterling).

Eckige Form und grasgrüner Panzer

Wenn die Grüne Stinkwanze ausgewachsen ist, hat sie die typische, leicht eckige Wanzenform, die man etwa von der Feuerwanze oder der Stachelwanze gut kennt. Ihr Panzer ist dann grasgrün und hat hinten einen dunklen Fleck. Im Herbst verfärbt sie sich braun und wechselt nach der Überwinterung wieder zum hellen Grün. Die Nymphe der Grünen Stinkwanze ist rundlich (ähnlich wie ein Käfer) und hat ein schwarzes bzw. weißes Muster auf dem Rücken. Das Insekt gehört zu den häufigsten Baumwanzen und ist ausgewachsen ungefähr 1,3 Zentimeter lang. Im Moment sieht man hauptsächlich die Nymphen – etwa im September ist die Entwicklung zur Grünen Stinkwanze abgeschlossen.

Die Tiere saugen Pflanzensäfte

Besonders Linden haben es der Wanze angetan, man kann sie aber auch auf Brennesseln und Disteln sehen. Die Nymphen ernähren sich von Pflanzensäften, ältere Tiere bevorzugen Früchte und Samen. Auch wenn sie manchmal in größerer Zahl auftreten, richten sie keinen ernsthaften Schaden an.

Woher die Grüne Stinkwanze ihren Namen hat

So klein sie ist: Zu nahe kommen sollte man der Grünen Stinkwanze nicht. Denn wenn sie sich bedroht fühlt, sondert sie aus dem Hinterleib ein wirklich übel riechendes und lange anhaftendes Sekret ab. Und das wehrt wirklich jeden Angreifer ab, Zweibeiner eingeschlossen. Manche Menschen reagieren allerdings allergisch darauf, und ich habe gelesen, dass das Sekret für Hauskatzen sogar gefährlich sein kann. Fressfeinde scheinen die Gefahr zu kennen: Sie machen instinktiv einen großen Bogen um die Grüne Stinkwanze.

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4 thoughts on “Die Grüne Stinkwanze und ihre Geheimwaffe”

    1. Das sie sooo stinken Find ich garnicht aber irgendwie riechen sie schon sehr abartig seltsam nicht intensiv aber doch irgendwie ekelig ☺

  1. Ich habe jedes Jahr im Herbst auf dem Balkon davon hunderte !
    Allerdings nicht grün, sondern braun wie oben beschrieben.
    Wohne im Westend nahe dem Grunewald und die machen sich wohl auf die suche nach einem Überwinterungsquartier, der ganze Spuk dauert so zwei drei Wochen wo beim öffnen der Balkontür oder Fenster gleich ein paar in die Wohnung fallen.
    Vom Geruch würde ich deren abwehrstoff als ‚Apfel-Marzipan Geruch‘ beschreiben 😉

  2. Apfel-Marzipan Geruch ? leider unsere net 😉 … hmmh, schwer zu beschreiben, der Geruch ist: stark nach Natur riechend, net gerade ekelig, aber doch äußerst intensiv und für den einen sicher daher penetrant !
    Bei mir kommen sie in einen Becher und dann ab vor die Tür 🙂 Habe allerdings auch keine Invasion 😉

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