Der Haselstrauch und die Pollenwolke

Kaum wird es (vor-)frühlingshaft mild, da fangen bei manchem Spaziergänger schon die Augen an zu tränen: Die Haselsträuche blühen. Dass der Schnee noch gar nicht überall verschwunden ist, kümmert sie nicht – die Hasel ist einer ersten Frühblüher des Jahres. Sobald die Temperaturen steigen, entfalten sich die Kätzchen, die im Winter im Wartezustand verharrt haben: Sie sind schon im Herbst entstanden und warteten, fest geschlossen, auf Wärme. So können sie im Frühling deutlich schneller aufblühen und für die Vermehrung sorgen.

Zwei Millionen Pollen stecken in einem Haselstrauch-Kätzchen

Zum Aufblühen ziehen sie sich sozusagen auseinander und lassen dann eine Wolke aus Pollen frei. Und diese Wolke hat es in sich: Ein einziges Haselkätzchen bildet zwei Millionen Pollenkörner – und wenn man sich so einen Strauch anschaut, sind da nicht wenige Kätzchen. Was dann auch erklärt, warum im Februar die ersten Allergiker zum Taschentuch greifen müssen. Denn die Hasel ist sehr verbreitet und fühlt sich auch in der Stadt sehr wohl.

Wind übernimmt die Bestäubung der weiblichen Blüten

Das mit der Wolke hat die Natur aus gutem Grund eingerichtet, denn so früh im Jahr fliegen fast noch keine Insekten, die die Bestäubung übernehmen könnten. Und so setzt die Hasel auf den Wind, der die winzigen Pollen zu den weiblichen Blüten (siehe Foto) weht. Bei den ersten Bienen, die an warmen Tagen unterwegs sind, ist der Nektar aus den männlichen Kätzchen allerdings sehr begehrt.

Gesund und gut verpackt: die Haselnuss

Es dauert ungefähr zehn Jahre, bis eine Hasel das erste Mal Früchte trägt. Die Nuss ist anfangs beinahe weiß, von Blättchen umhüllt und noch ziemlich weich, nach einiger Zeit aber wird sie hart wie Holz. Aber ihr Inhalt ist bei Eichhörnchen und Vögeln so beliebt, dass sie sich einiges einfallen lassen, um die Nüsse zu knacken. Da wird geklopft und gebohrt, aus größerer Höhe fallen gelassen und geknabbert, bis sich der Samen löst. Die Haselnüsse sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und enthalten außerdem reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren. Kein Wunder, dass die Nüsse auch beim Menschen sehr begehrt sind.

Haselstrauch als Glücksbringer

Glück bringen soll die Hasel auch: Sie gilt als Fruchtbarkeits- und Friedenssymbol, wurde früher als Waffe gegen Hexen gesehen und soll sogar Blitze abwehren…

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