Die Knoblauchkröte kann sich unsichtbar machen

Wenn die Knoblauchkröte nicht gesehen werden will, wird sie unsichtbar. Das liegt daran, dass sie ungefähr so aussieht wie ihr Lebensraum. Und so kann die seltene Amphibie, die es an wenigen Stellen in Berlin gibt, einfach so tun, als wäre sie nicht da. Mit Erfolg.

Wie sich die Knoblauchkröte bei Gefahr schützt

Wenn es aber brenzlig wird für die Knoblauchkröte, dann tut sie etwas, was ihren Namen erklärt: Sie stößt ein Sekret aus, das nach Knoblauch riecht. Ausprobieren sollte man das aber nicht, denn sie tut das nur in extremen Stress-Situationen – und die sollte man der nur etwa sechs bis acht Zentimeter großen Kröte nicht zumuten.

Tagsüber vergräbt sich die Kröte im lockeren Sand

An der Oberseite ist die Knoblauchkröte hellbraun mit roten und braunen Flecken, die etwas größeren Weibchen tragen mehr Rotbraun, die Männchen eher Grau. Unsichtbar werden beide, wenn sie sich tagsüber in sandigen (Acker-)Boden eingraben, um sich vor dem Austrocknen zu schützen und auf die Nacht zu warten – dann geht sie auf Jagd nach Käfern, Asseln, Schnecken und Regenwürmern. Allerdings muss sie auch selbst aufpassen, denn Nachtvögel wie der Waldkauz haben eine Vorliebe für die Kröte. Wobei die sich auch wehren kann: Sie verabreicht dem Angreifer Kopfstöße, beißt und kann auch ziemlich laut schreien.

Laichschnüre in stillen Gewässern

Auch Wasser braucht die Amphibie in ihrem Lebensraum – stehende oder langsam fließende Gewässer, in denen sie ihre Eier ablegen kann. Ab Ende März beginnt die Paarungszeit, dann kann man die eher leisen Paarungsrufe der Knoblauchkröte unter Wasser hören. Anschließend legt das Weibchen Laichschnüre mit bis zu 3300 Eiern ab, die um Wasserpflanzenstängel gelegt werden. Zwei Wochen später schlüpfen die Kaulquappen.

Die Knoblauchkröte ist streng geschützt

Die Knoblauchkröte gehört zu den ganz seltenen (und deshalb streng geschützten) Amphibien. Ihre Vorliebe für lockere Ackerböden bringt sie in Gefahr, denn intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verträgt sie nicht, und auch mit dem Verschwinden von Laichgewässern hat sie zu kämpfen. In Berlin hat sie zum Beispiel (ähnlich wie die Erdkröte und die Zauneidechse) im Naturschutzpark Marienfelde eine Rückzugsfläche gefunden.

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