Die Kohlmeise – Meistersängerin im Stadtpark

Kohlmeise Foto: Silke Böttcher
Kohlmeise Foto: Silke Böttcher

Der Spatz macht ihr zwar jedes Jahr den Siegerplatz bei der Stunde der Gartenvögel streitig, aber die Kohlmeise gehört zu den häufigsten Singvögeln in Deutschland. In Berlin belegte sie in diesem Jahr Platz vier (nach Amsel und Star).

Die Kohlmeise und der Mensch

Im Frühjahr ist die Kohlmeise eine der ersten, deren Gesang zu hören ist: „zizibää-zizibää“ ruft sie, oder „zidatsi“. Ihr Gesang ist variantenreich und wohlklingend. Mit Menschen hat sie keine Probleme – im Gegenteil: Sie hat sich längst an die Vorzüge seiner Nähe gewöhnt. Und nimmt deshalb auch gern Nistkästen an, die Menschen ihr zur Verfügung stellen.

Frech und intelligent

Ganz so keck wie der Spatz, der im Freien schon mal gerne Brotkrümel vom Frühstücksteller stibitzt, ist die intelligente Kohlmeise nicht, besonders scheu aber auch nicht. Im Botanischen Garten hat sich schon mal eine auf meine Hand gesetzt.

Schwarzes Brustband als Erkennungszeichen

Erkennen kann man die Kohlmeise, die nur ungefähr 20 Gramm wiegt, an ihrem schwarzen Halskragen und dem Brustband. An Brust und Bauch ist der Vogel gelb. Oben auf dem Kopf ist sie schwarz, an den Wangen weiß und die Flügel sind grau-weiß. Ein bisschen Ähnlichkeit hat die Blaumeise, aber der deutlichste Unterschied ist das fehlende schwarze Brustband.

Viele Stadtmeisen bleiben im Winter im Brutgebiet

Die Kohlmeise gehört zu den Teilziehern (manche Tiere ziehen in den Süden, andere aber nicht – besonders in milden Wintern bleiben viele Tiere in ihren Brutgebieten und sind dann an den Futterhäuschen zu sehen). In Städten findet man sie in Parks, Friedhöfen und baumbestandenen Gärten, ansonsten bevorzugt sie Laub- und Mischwälder mit ausreichend alten Bäumen, in denen sie brüten kann.

Eifriger Schädlingsvernichter

Bis zu zwölf Eier brüten die Kohlmeisen-Weibchen im Frühling aus und haben dann viel zu tun, um den Nachwuchs satt zu bekommen. Im Minutentakt schleppen sie Blattläuse, Spinnen und Raupen an, auch Baumschädlinge wie die Miniermotte und der gefürchtete Eichenwickler gehören dazu. Damit gehört die Kohlmeise zu den eifrigsten Schädlingsvernichtern überhaupt. Wer mit dazu beitragen will, dass es auch in Zukunft viele Kohlmeisen gibt, der sollte im Garten auf Pestizide verzichten und Wildkräuter anpflanzen, die Raupen anlocken.

Die Kohlmeise: Im Winter lebt sie vegetarisch

Im Winter stellt die Kohlmeise gezwungenermaßen auf vegetarische Ernährung um. Dann sucht sie nach Haselnüssen, Bucheckern und Samen, nimmt aber gern menschliche Gaben in Form von Nüssen, Sonnenblumenkernen und fertig gemischten Meisenknödeln an.

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