Nachtkerze – die Schöne der Nacht

Nachtkerze
Nachtkerze

Ihren Namen hat sich die Nachtkerze wirklich verdient. Denn sie öffnet ihre knallgelben Blüten erst, wenn die Dämmerung einsetzt. Und dabei kann man ihr wirklich zugucken! Ich kenne keine andere Pflanze, bei der das Entfalten der Blüten so schnell geht. Glücklicherweise ist die Nachtkerze in der Berliner Natur so häufig, dass man ihr sehr leicht beim Blüten-Öffnen zugucken kann, wenn man abends unterwegs ist.

Am Morgen sind die Blüten der Nachtkerze wieder verschlossen

Das Tempo, das die Pflanze beim Blühen vorlegt, ist vermutlich auch einer der Gründe, warum viele Menschen sie überhaupt nicht bemerken. Denn morgens sind die großen, während der Nacht wunderbar aromatisch duftenden Blüten schon wieder geschlossen. Bloß bei kühlem Wetter und grauem Himmel kann es passieren, dass sie schon tagsüber aufblüht. Mit der auffälligen Farbe und dem Duft lockt die Nachtkerze Nachtfalter an, die den Pollen weitertragen.

Vorliebe für Brachflächen

Große Ansprüche hat die Nachtkerze nicht an ihre Umgebung. Sie wächst dort, wo man sie lässt, manchmal sogar auf Brachflächen zwischen Autobahnauffahrten. Überhaupt scheint sie Brachen zu lieben – und das ist gleichzeitig ihr Problem, denn wenn immer mehr Baulücken geschlossen werden, wird irgendwann auch die Nachtkerze verschwinden.

Einwanderin aus Nordamerika

Dass die Pflanze um 1620 aus Nordamerika eingebürgert wurde, hat man hierzulande längst vergessen und die Nachtkerze als einheimisches Gewächs adoptiert. Verwechseln kann man sie nicht, ihre Blüten sind riesig, die Pflanze selbst kann, wenn sie genug Platz hat, locker mehr als einen Meter hoch werden. Wenn sie verblüht ist, bildet sie längliche Früchte, die sich irgendwann öffnen wie eine geschälte Banane und ihre Last in der Umgebung verteilen. In einer Kapsel stecken bis zu 200 Samen!

Das luxuriöse Geheimnis der Nachtkerze

Wer die Nachtkerze wegen ihrer Vorliebe für Brachen jetzt als „Unkraut“ bezeichnet, der irrt sich aus ganz vielen Gründen. Weil sie sehr schön ist, natürlich. Weil sie Insekten anlockt, aber auch weil sie in der Küche und als Heilmittel einsetzbar ist. Die Wurzeln, Blätter, Blüten und die Samen kann man essen, aber vor allem das aus der Pflanze gewonnene Öl ist spektakulär. Die in ihm enthaltene Linolsäure, die der menschliche Körper in Gamma-Linolensäure verwandelt, hilft gegen Neurodermitis. Auch für Hautcremes ist das Öl eine beliebte Zutat. Und eine luxuriöse: Nachtkerzenöl ist sehr teuer.

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2 thoughts on “Nachtkerze – die Schöne der Nacht”

  1. Liebe Frau Böttcher,

    ich habe mich sehr gefreut Ihren Blog gefunden zu haben! Ich wohne in Berlin und bin verzweifelt auf der Suche nach ein paar schönen Nachtkerzen für Balkon und Garten. Könnten Sie mir da vielleicht weiterhelfen? Gibt es vielleicht irgendeinen Baumarkt oder eine Gärtnerei von der Sie wissen, dass man dort Nachtkerzen bekommen kann?

    Mit besten Grüßen,
    Jakob Wedam

    1. Lieber Herr Wedam,
      herzlichen Dank für Ihre Nachricht! In Berliner Baumärkten habe ich leider noch keine Nachtkerzen-Samen gesehen, ich könnte mir aber vorstellen, dass man sie z.B. in Ali Moshiris Kräutergarten, bei Rothe Gartenbau, in der Domäne Dahlem oder auch bei Veranstaltungen im Museumsdorf Düppel bekommt. Ich selbst bestelle Saatgut gern online beim Hof Berggarten. Auch der Templiner Kräutergarten wäre eine Empfehlung.
      Herzliche Grüße,
      Silke Böttcher

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