Die Welt der Schachtelhalme

Schachtelhalm Foto: Silke Böttcher
Schachtelhalm Foto: Silke Böttcher

Schachtelhalme sind ein bisschen wie nicht von dieser Welt. Einige sehen aus wie Erfindungen von Fantasyfilm-Gestaltern. Ihre Quirle aus langen, dünnen Blättern erinnern an Nadelbäume, und bei manchen kommt man sogar ins Grübeln, ob es nicht vielleicht doch ein Pilz…? Nein, es ist eine Pflanzenart, eine, die mancher gern als Unkraut bezeichnet. Zu Unrecht übrigens.

Schachtelhalme mögen es feucht

Ungefähr 20 Schachtelhalm-Arten gibt es. In Mitteleuropa ist unter anderen der Acker-Schachtelhalm, der Sumpf-, Teich-, Wald- und Riesen-Schachtelhalm heimisch. Die Namen deuten es schon an: Viele Arten mögen es schattig und feucht, einige stehen sogar im Wasser.

Eine Pflanze ohne Blüten

Blüten bilden die Schachtelhalme nicht – sie vermehren sich vegetativ durch Sporen (wie die Farne auch). Aber sie verdienen unbedingt genauere Blicke, denn sie sind äußerst interessant gestaltet, wie man auf dem Foto sehen kann. Während die Sporen bei den Farnen unter den Blättern gut zu sehen sind, muss man bei den Schachtelhalmen schon sehr genau hingucken, um sie zu sehen.

Dichte Quirle

Es gibt sogar Arten, die nur aus Stängeln bestehen (Winter-Schachtelhalm) – und andere können 1,50 Meter hoch werden (Riesen-Schachtelhalm). Die meisten sind eher klein, aber nicht weniger eindrucksvoll. Obwohl sie „nur“ grün sind, fallen sie durch ihre dichten Quirle auf. Im Frühling sieht man manchmal die Jungpflanzen – Stängel mit einer Art Häubchen (die Sporen-Ähre), die Quirle sind zu der Zeit nur zu ahnen.

Lebende Fossilien

Wenn man sich den Schachtelhalm so ansieht, dann wundert es nicht, dass es ihn schon vor Millionen von Jahren gab. Damals war er baumhoch, aber sein Aussehen war ähnlich. Manche bezeichnen die Art deshalb auch als „lebende Fossilien“.

Der Acker-Schachtelhalm und seine Heilkraft

Was man dem Schachtelhalm nicht ansieht, ist seine medizinische Heilkraft: Die Art enthält Kieselsäure, Saponine, Kalzium, Magnesium und andere Spurenelemente. Die Inhaltsstoffe machen besonders den Acker-Schachtelhalm  zu einem Mittel gegen Rheuma, Entzündungen und Nierenschwäche, außerdem wirkt die Pflanze blutreinigend und hilft gegen Wunden. Auch als Scheuermittel wird der Acker-Schachtelhalm eingesetzt – die Kieselsäure entfernt Schmutz von Metall, weshalb die Pflanze auch als Zinnkraut bezeichnet wird. Ziemlich eindrucksvoll für ein vermeintliches Unkraut, oder?

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