Fernseh-Dokumentation zeigt das wilde Berlin

Normalerweise sollte man bei Sommerwetter abends ja lieber irgendwo draußen in der Berliner Natur sein (Biergarten zählt als Natur). Aber wenn im Fernsehen ein Film über das „Wilde Berlin“ kommt, dann kann ich nicht anders, als ihn vorzustellen.

Wildes Berlin – eine Stadt, die weit mehr ist als Beton

Wer beim Namen Berlin bloß an Beton und viele Autos denkt, der kennt nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte, das Wilde Berlin, ist etwas versteckter und wird deshalb nicht so leicht wahrgenommen. Die Spatzen, die sogar am Kollwitzplatz ganz keck den Berlinern die Brotkrümel vom Tisch klauen, kann man kaum übersehen, die Wildschweinfamilie, die durch die Straßen zieht, auch nicht. Aber die Gottesanbeterin auf dem Mauersims fällt kaum jemandem auf. Es gibt Füchse, die nahezu unbemerkt einen Schaufensterbummel machen, und Greifvögel, die von hohen Bäumen aus auf das Geschehen in der Stadt herunterblicken. Graureiher nehmen Bauwerke gleich neben dem Berliner Dom als Startrampe, und manchmal wackelt ein Igel über ruhige Straßen, um wenig später irgendwo im Gebüsch zu verschwinden, und mancher Berliner staunte schon, als sich auf seinem Balkon eine Stockentenmutter häuslich niederließ, um genau dort ihren Nachwuchs großzuziehen.

Rückzugsflächen für die Natur in Berlin

Der Film mit dem passenden Namen „Wildes Berlin“ zeigt den Wanderfalken über dem Roten Rathaus, die Feldhasen auf Brachflächen hinter Mietshäusern oder  Waschbären, die ganz furchtlos durch die Terrassentür kommen, um sich im Haus an Essbarem zu bedienen. Dass es Bienenkörbe auf Berlins Dächern gibt, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass es in der Stadt so viele blühende Pflanzen gibt. Den Nashornkäfer hatte ich ja kürzlich schon erwähnt,  die Stare und Eichhörnchen waren auch schon Thema. Und über allem toben die Mauersegler am Himmel. Für den 45minütigen Film hat sich die DOKfilm-Produktion um die Regisseure Roland Gockel und Rosie Koch vom späten Winter bis zum Herbst auf die Lauer gelegt und zeigt Berlin nun von seiner wilden Seite. Und dafür lohnt es sich, den Biergartenbesuch ein bisschen nach hinten zu verschieben.

Termin: 20. Juni, 19.30 Uhr auf Arte

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