Duftender Sonnenanbeter: der Lavendel

Lavendelblüte
Lavendelblüte

Beim Anblick dieser Blüte hat man sofort einen Duft in der Nase. Intensiv ist er und sehr schwer zu beschreiben. Früher habe ich den Lavendelduft  mit Großmüttern in Verbindung gebracht – vielleicht weil deren Wäscheschränke manchmal so gerochen haben. Gerade blüht er wieder überall in Berlin. Weniger in der wilden Natur, aber in Parks und Gärten, wo er Farbtupfer setzt, Bienen anlockt und Leute dazu bringt, sich zu bücken und den Duft zu inhalieren. Viele Gründe also, sich mal mit der schönen Sonnenanbeterin zu beschäftigen. Und dabei tieeef einzuatmen…

Lavendel hat Blätter wie Nadeln und Flaum überall

Verwechseln kann man den Lavendel eigentlich nur mit einem einzigen anderen Gewächs: dem Rosmarin. Das liegt an den langen, dünnen Blättern, die wie Nadeln aussehen. Und daran, dass beide lilablaue Blüten haben. Der Duft jedoch ist ziemlich unterschiedlich, die Form der Blüten ebenfalls. Beim Lavendel sind die Blüten in einer Art Quirl angeordnet, außerdem ist die ganze Pflanze mit einem zarten Flaum bedeckt.

Multitalent in Kosmetik, Apotheke und Küche

Zuhause ist der Echte Lavendel  ursprünglich am Mittelmeer  – besonders berühmt sind die Lavendelfelder der Provence. Trockenheit von oben und unten macht ihm nichts aus, Kälte aber auch nicht – der Strauch kann einen durchschnittlichen Berliner Winter gut überstehen. In den kühlen Norden kam die Pflanze vermutlich durch Mönche. Es war sicher der intensive Duft, für den sich die Menschen schon früher interessiert haben.  Und schon lange haben die Menschen versucht, den Duft zu konservieren. So werden die Blüten in Öl angesetzt oder destilliert, um ein ätherisches Öl herzustellen, das in der Naturkosmetik als Hautpflegemittel oder  beruhigender Badezusatz und in der Naturapotheke als wunderbares Mittel gegen Unruhe genutzt wird.

Kleidermotten können Lavendel nicht riechen

In der Küche ist der Lavendel eine wichtige Zutat der legendären Kräuter der Provence, man kann seine Blätter aber auch zu Eintöpfen oder Lammgerichten geben. Sogar in Schokolade habe ich die getrockneten Blüten schon gesehen (und probiert – mhhh!). Was menschliche Nasen lieben, gefällt aber nicht jedem:  Kleidermotten zum Beispiel ergreifen die  Flucht, wenn Säckchen mit Lavendelblüten in den Kleiderschrank gehängt werden. Da wären wir dann wieder bei den Großmüttern, aber ich kenne einige jüngere Kleiderschränke, die genauso riechen – meiner eingeschlossen.

Lavendel oder Lavandin?

Übrigens ist nicht alles, wo Lavendel draufsteht, auch wirklich der Echte Lavendel. Noch häufiger ist Lavandin, das eine Kreuzung aus dem Echten und dem Speik-Lavendel ist und aus dem ein wesentlich preiswerteres Öl hergestellt wird. Der Duft ist weniger intensiv. Wer bei einem Öl sichergehen möchte, sollte darauf achten, dass „Lavandula augustifolia“ draufsteht – das ist der botanische Name des Echten Lavendels.

Wer Lavendel in seinen Garten oder auf den Balkon pflanzt, tut übrigens nicht nur etwas Gutes für Auge und Nase, sondern auch für die Natur: Bienen nämlich lieben Lavendel oder besser seinen  zuckerreichen Nektar.

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