Echtes Mädesüß: duftende Königin der Wiese

Echtes Mädesüß
Echtes Mädesüß Foto: Silke Böttcher

Das Echte Mädesüß macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Das aparte Gewächs duftet nämlich sehr intensiv – eine Mischung zwischen Honig, Bittermandel und Vanille. Wer es sieht, sollte also unbedingt mal die Nase hineinstecken.

Echtes Mädesüß wächst auf feuchten Wiesen

In diesem Jahr ist die Blütezeit des Echten Mädesüß eigentlich schon vorbei, aber mit ein bisschen Glück kann man ihm trotzdem noch begegnen. Auf feuchten Wiesen zum Beispiel und am Ufer von Gewässern. Oft steht die Pflanze in Gesellschaft mit Blutweiderich, Echtem Baldrian, Gilbweiderich und Wasserdost.

Rosengewächs mit weißen Blüten

Die Pflanze wird bis zu 1,20 Meter hoch, gelegentlich auch höher. Die Blätter haben ein bisschen Ähnlichkeit mit denen von Wildrosen oder Brombeeren (kein Wunder, es gehört auch zu den Rosengewächsen). Sie sind dunkelgrün, stark geädert und an den Rändern gezackt. Die weißen Blüten haben fünf Blättchen und viele lange Staubblätter. Viele Blüten stehen eng zusammen und bilden eine Blütenrispe. Auf den ersten Blick ähneln die Blüten des Echten Mädesüß denen des Holunders.

Verbreitung mit Wind und Wasser

Bestäubt wird die Pflanze vor allem von Bienen und Schwebfliegen, aber auch Käfer lieben den Duft (wie das Foto zeigt). Später bilden sich Früchte, die mit dem Wind oder auf dem Wasser verbreitet werden.

Der Ursprung des Namens

Seinen Namen verdankt das Echte Mädesüß seiner früheren Nutzung. Mit süßen Mädels hat er nichts zu tun, sondern vermutlich mit Met (Honigwein) – früher hat man Wein und Met mit der Pflanze gesüßt. Manche nennen die Pflanze auch Federbusch, Wilder Flieder, Wiesenkönigin und – pardon -, Stopparsch. Das hat mit der Wirkung gegen Durchfall zu tun.

Pflanze gegen viele Krankheiten

A propos Wirkung: Das Echte Mädesüß (botanisch Filipendula ulmaria) ist eine gute Heilpflanze. Es enthält Salizylsäureverbindungen (Spirsäure, die vier ersten Buchstaben stecken in „Aspirin“), Gerbsäuren, Flavonoide, Vanillin, Kieselsäure, Zitronensäure und ätherische Öle. Eingesetzt wird die Pflanze gegen die schon erwähnten Darmprobleme, Erkältungen, Grippe und Fieber, Rheuma und Kopfschmerzen. Sie wirkt außerdem schweiß-, harntreibend und gegen Sodbrennen.

Ein Kraut für Tee und süße Speisen

Auch in der Küche kann man das Echte Mädesüß einsetzen. Zum Beispiel als Tee.  Verwendet werden Triebe und Wurzeln, aber auch die Blüten, die ihren Duft abgeben, wenn man sie in Flüssigkeit einlegt. Man kann süße Speisen mit der Pflanze aromatisieren und Wein wieder „beleben“, wenn er schon lange offen ist und sein Aroma verloren hat.

Echtes Mädesüß als Zutat für Bier

Kein Wunder, dass ein solches Gewächs auch schon vor Urzeiten bekannt war. Die keltischen Druiden kannten es, die alten Griechen ebenfalls – sie nannten es Spiraea. Und in elisabethanischer Zeit braute man Bier mit Mädesüß (statt mit Hopfen). Ziemlich eindrucksvoll für die „Wiesenkönigin“!

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