Die Geburt einer Eiche

Keimende Eicheln
Keimende Eicheln

Wenn man sich eine ausgewachsene Eiche ansieht, kann man sich kaum vorstellen, dass sie mal aus einer winzigen Frucht entstanden ist. Auf dem Foto kann man dieses Wunder sehen, das meistens ganz im Geheimen abläuft, irgendwo auf dem Waldboden, von Laub verborgen.

Eiche: Früchte benötigen eine Frostperiode

Eicheln keimen erst, wenn sie einige Monate Kälte hinter sich haben.  Wenn sie im Herbst vom Baum gefallen sind, beginnt eine Art „Winterschlaf“ – und sobald es wärmer wird, beginnen die Früchte zu keimen.

Mit 50 Jahren blüht der Baum zum ersten Mal

Wenn eine neue Eiche entsteht, braucht sie etwa 50 Jahre, bis sie selbst zum ersten Mal blüht und Früchte entwickelt. Vorausgesetzt, sie übersteht die ersten Jahre, in denen sie mehr Strauch als Baum ist.

Riesen von bis zu 40 Metern Höhe

Es dauert also sehr, sehr lange, bis aus dem Winzling ein richtiger Baum geworden ist. Und noch viel länger, um zur Berühmtheit wie die Dicke Marie zu werden (die bekanntlich Berlins ältester Baum ist). Eine Stieleiche kann locker 800 Jahre alt werden, eine Traubeneiche 700 Jahre. Sie kommt auf bis zu 40 Meter Höhe und einen Stammumfang von über neun Metern.

Seit Urzeiten verehrt

Kein Wunder, dass Eichen besondere Wertschätzung genießen. Und das nicht erst heute: Schon zu Urzeiten wurde diese Baumart verehrt. Viele Völker weihten den Baum hohen Göttern – bei den Römern war es Jupiter, bei den Germanen Donar und bei den Griechen Zeus. Die Kelten verbanden den Baum mit ihrem Wettergott Tharanis, und sie sollen, so heißt es, für jede kultische Handlung Eichenlaub verwendet haben. Ihre Stammespriester, die Druiden, verdanken der Eiche vermutlich sogar ihren Namen – Druide heißt „Eichen-Kundiger“.

Symbol für die Ewigkeit

Noch heute gilt die Eiche als Symbol für die Ewigkeit, und sie ist Deutschlands Wappenbaum. Eichensymbole finden sich überall – auf Abzeichen, Ornamenten, Münzen und anderem.

Eichen züchten – so geht’s

Wer selbst einmal eine Eiche „züchten“ möchte, der sollte im Herbst eine Handvoll Eicheln sammeln. Zuhause kann man sie in eine Schale mit Wasser legen: Was oben schwimmt, wird aussortiert, denn diese Eicheln sind verfault. Die anderen werden getrocknet und danach in einem Gefrierbeutel für 45 Tage in den Kühlschrank gelegt.

Ab in den Topf

Anschließend pflanzt man sie in einen möglichst flachen Topf mit Gartenerde. Früchte, die schon gekeimt sind, kommen mit dem Ende der Wurzel nach unten in den Topf und werden dann mit einer zwei Zentimeter dicken Schicht Erde bedeckt. Auch ungekeimte Eicheln kommen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde.

Nach sieben Tagen bildet sich eine Wurzel

Ausreichend gießen und: abwarten! Nach etwa sieben Tagen beginnt aus den Früchten eine Wurzel zu wachsen – waagerecht. Erst nach einem Zentimeter wechselt sie die Richtung: ab in die Erde. Nur ein bisschen später bohrt sich ein Eichenspross durch die Schale und beginnt nach oben zu streben.

Die Eiche: Vom Winzling zur Legende

Nach einer Weile sollte man das junge Pflänzchen umtopfen, denn die Wurzel braucht mehr Platz: Eichen gehören zu den sogenannten Pfahlwurzlern – ihre Wurzeln treiben immer senkrecht nach unten. Irgendwann muss der Baum dann aber doch in die Natur umziehen, damit er richtig wachsen kann. Und dann vielleicht irgendwann so spektakulär wird wie die Dicke Marie, die Ivenacker Eichen in Ivenack (Mecklenburg-Vorpommern), die Friederikeneiche im Hasbruch bei Delmenhorst oder die Grabeiche in Nöbdenitz (Thüringen – sie steht im Guinnessbuch der Rekorde und soll 2000 Jahre alt sein).

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