Eigenwilliger Baum: die Hainbuche

Hainbuche
Blühende Hainbuche Foto: Silke Böttcher

Die Hainbuche ist einer der eigentümlichsten Bäume, die ich kenne. Das liegt vor allem an der Borke mit ihrem auffälligen Netzmuster und den Längsrissen, die besonders an älteren Bäumen zu sehen ist. Und am manchmal sehr eigenwilligen Wuchs. In der Berliner Natur ist die Hainbuche nicht allzu häufig, aber man kann sie sehen. Gelegentlich auch als Hecke.

Die Hainbuche und ihr eindrucksvoller Stamm

Der Baum wird etwa 25 Meter hoch und bildet eine dichte Krone mit ausladenden Ästen. Wenn er viel Platz um sich hat, kann er sehr eindrucksvoll aussehen. Interessant finde ich außerdem, dass der Stamm der Hainbuche nicht, wie bei anderen Bäumen, kreisrund ist, sondern unregelmäßig geformt (Experten nennen das „spannrückig“). Oft ist der Stamm außerdem etwas krumm – schon deshalb fällt der Baum im Wald auf.

Verwandt mit der Birke

Mit der Rotbuche ist die Hainbuche übrigens trotz ihres Namens nicht näher verwandt, sondern gehört zur Familie der Birken-Gewächse. Den Namensteil „Buche“ verdankt sie den Ähnlichkeiten in Wuchs und Rinde, und „Hain“ bedeutet „kleiner Wald“.

Ein Gewächs für Hecken

Weil die Hainbuche zu Stockausschlag neigt (so nennt man das Ausbilden neuer Triebe, nachdem der Stamm abgeschlagen wurde), hat man sie schon früher als Abgrenzung von Feldern genutzt. Solche Einzäunungen nannte man „Hag“ (Hecke), was dem Baum früher den Namen Hagebuche eingebracht hat. Als Hecke dient die Hainbuche noch heute, allerdings wächst sie auch in Wäldern. Sie verträgt Schatten, liebt Wärme und hat keine Probleme mit feuchten Böden.

Die Samen werden vom Wind verweht

Blütezeit des Baumes ist zwischen April und Mai. Dann bilden sich die männlichen Kätzchen (Foto oben) und die unauffälligen weiblichen Blüten. Die Bestäubung übernimmt wie bei der Hasel der Wind. Nach einer Weile entstehen die Früchte, die an dreifingerigen Tragblättern hängen. Wenn diese Blätter trocknen, werden sie zum Transportmittel –  die Samen werden mit dem Wind davongeweht und segeln dann zu Boden, wo sie mit etwas Glück zum neuen Baum werden.

Ovale Blätter

Die Blätter der Hainbuche sind oval und vorn spitz zulaufend. Die Spitze ist oft leicht nach der Seite gebogen. Die Ränder sind gezackt (bei der Rotbuche sind sie glatt), die Unterseite der Blätter ist ein bisschen heller als die Oberseite.

Die Hainbuche hat eisenhartes Holz

Oft sieht man sie in Nachbarschaft von Eichen und Buchen. Ihr Holz ist hell und so extrem hart, dass sie auch als Eisenbaum bezeichnet wird. Früher hat man das Holz als Brennholz genutzt, heute wird Parkettboden daraus hergestellt. Der Baum des Jahres 1996 hat aber noch ganz andere Fähigkeiten:  Als „Hornbeam“ (das ist sein englischer Name) wird die Hainbuche in der Bach-Blütentherapie gegen Erschöpfung eingesetzt.

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