Ein Admiral auf Hausbesuch

Admiral auf einer Buddleya Foto: Silke Böttcher
Admiral auf einer Buddleya Foto: Silke Böttcher

Wenn man diesen Schmetterling anschaut, kann man sich kaum vorstellen, dass er sich unsichtbar machen kann. Er klappt einfach die Flügel zusammen – und schon verschmilzt er mit der Umgebung. Sobald er sich aber entfaltet, ist der Admiral einer der auffälligsten Schmetterlinge in der Berliner Natur.

Der Admiral ist ein anpassungsfähiger Falter

Seine schwarz-braun-weiß gemusterten Flügel haben eine Spannweite von bis zu 65 Zentimetern – ziemlich groß für einen Falter. Sehr häufig sieht man den Admiral leider nicht in der Stadt, obwohl er sich gut an die unterschiedlichsten Bedingungen anpassen kann. In Wäldern fühlt er sich genauso wohl wie auf Feldern und in Gärten. Im vergangenen Sommer hat mich einer auf meinem Balkon besucht – oder vielmehr den Sommerflieder, der dort stand (siehe Foto). Den lieben Schmetterlinge bekanntlich so, dass er auch als Schmetterlingsflieder bezeichnet wird.

Wie kam der Admiral zu seinem Namen?

Woher der schöne Falter seinen militärischen Namen hat, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich verdankt er ihn wirklich dem Marine-Dienstgrad – sein weißes Muster auf den Flügelspitzen ähnelt dem Schulterabzeichen eines Admirals.

Besondere Beziehung zur Brennessel

In Deutschland ist der Schmetterling meistens von Juni bis Oktober unterwegs, manchmal kann man ihn auch an Fallobst sehen, für das er ebenfalls eine Vorliebe hat. Ganz wichtig für den Admiral aber ist eine der (zu Unrecht) unbeliebtesten heimischen Pflanzen: die Brennessel. Die braucht er für seine Raupen, die die Blätter zum Fressen gern haben und sich deshalb fast ausschließlich von ihnen ernähren. Die Weibchen legen die Eier an der Unterseite der Pflanzen ab, und wenn die Raupen schlüpfen, dann spinnen sie die Blätter zu Tüten zusammen, die ihnen gleichzeitig als Unterschlupf und Futter dienen. Die Tiere verlassen ihre Wohntüte erst, wenn sie fast vollkommen aufgefressen ist. Manchmal kann man auch die braungraue Puppe des Admirals erkennen, der man noch nicht ansieht, welche Schönheit einmal aus ihr wird.

Der Admiral ist der Zugvogel unter den Schmetterlingen

Übrigens gehört der Admiral zu den Wanderfaltern und ist damit vergleichbar mit Zugvögeln. Wenn es kühl wird in Deutschland, dann fliegt er nach Südeuropa, in milderen Wintern aber bleibt er durchaus auch hier und überwintert. Er kann für einen Schmetterling uralt werden: bis zu 280 Tage lebt er und gehört damit neben dem Tagpfauenauge, dem Zitronenfalter und dem Großen und Kleinen Fuchs zu den Schmetterlingen mit der höchsten Lebenserwartung.

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