Ein Hauch Exotik: die Robinie

Nach dem langen Winter ist Weiß wirklich nicht meine Lieblingsfarbe. Aber manchmal muss ich Ausnahmen machen. Zum Beispiel, wenn die Robinie blüht. Ja, ich weiß, dass sie in Deutschland nicht heimisch ist, aber das ändert nichts an meiner Vorliebe für den Baum, der in der Berliner Natur oft zu sehen ist – in Parks, aber oft sogar an Straßenrändern.

Die Robinie ist anspruchslos und wunderschön

Ursprünglich kommt die Robinie aus den Appalachen in Nordamerika, im 17. Jahrhundert kam sie als Einwanderin nach Europa. Die ersten Exemplare standen im Jardin des Plantes in Paris, wo sie mit ihren wunderschönen Blüten und dem intensiven Duft einen Hauch Exotik verbreiteten. Inzwischen fühlt sie sich auch in Deutschland sehr wohl.

Das liegt daran, dass sie nicht sehr anspruchsvoll ist. Sie wächst, wo man sie lässt, was sie auch zu einem geeigneten Baum für Wiederaufforstungsgebiete macht. Denn sie festigt auch den Boden und wirkt dadurch gegen Erosion. Andererseits gilt sie auch als invasive Pflanze, die die Artenvielfalt gefährden kann. Besonders bedroht sind Magerrasengebiete, bei denen sie die Zusammensetzung der Arten verändern kann.

Vorsicht, Dornen!

Manche sagen auch Falsche Akazie zur Robinie, aber mit den Akazien ist sie nur eher fern verwandt. Eines hat sie auf alle Fälle mit ihnen gemeinsam: die langen Dornen, mit denen man schmerzhaften Kontakt bekommt, wenn man die Blütendolden abpflücken will, um sie in die Vase zu stellen.

Robinien – ein Paradies für Bienen

Benannt wurde die Robinie übrigens nach dem Hofgärtner der französischen Könige Heinrich III, Heinrich IV und Ludwig XIII – der Mann hieß Jean Robin und kümmerte sich um die Bäume. Die haben eine besondere Fähigkeit: Wenn es sehr heiß wird, klappen sie ihre Blätter senkrecht ab, um sie zu schützen.

Ihr intensiver Duft lockt nicht nur Menschen an: Unzählige Bienen umschwirren die Blüten, die reichlich Nektar liefern – die Insekten produzieren daraus einen Honig, der meist als Akazienhonig verkauft wird. Nach der Bestäubung bildet die Robinie lange Schoten, die ein bisschen wie Bohnen aussehen. Im Spätsommer sind die Samen reif und werden durch den Wind verbreitet. Ich habe gelesen, dass sie manchmal auch nach 30 Jahren noch keimfähig sind! Aber Vorsicht: Die Früchte sind ziemlich giftig – man sollte sie auf keinen Fall in den Mund stecken.

Bizarre Rinde

Fast so auffällig wie die Blüten der Robinie ist ihre Rinde: Die hat tiefe Furchen und einen eigenwilligen Wuchs, der den Baum uralt aussehen lässt. Darunter verbirgt sich ein sehr hartes Holz, das für Möbel und Spielplatzgeräte verwendet wird.

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