Ein Hotel für Wildbiene & Co.

Insektenhotel
Insektenhotel

Die Zimmer dieses Hotels sind meist sonnig und ruhig gelegen. Aber winzig klein. Genauso wie die Bewohner, die man in der Berliner Natur oft gerne übersieht: Hummeln zum Beispiel, Wildbienen, Florfliegen oder Ohrwürmer. Alles Tiere, die es in der Großstadt nicht leicht haben. Für sie sind Insektenhotels gedacht. Aber der Reihe nach.

Insektenhotels: Hilfe für Wildbiene & Co.

Viele Insektenarten sind in Berlin selten geworden. Das liegt an den aufgeräumten Landschaften, in denen es wenig Totholz gibt, in denen die Tiere Unterschlupf finden können. Und es liegt am Einsatz von Pestiziden. Dass einige Insektenarten die besten Schädlingsvernichter sind, die man sich vorstellen kann, wird leicht vergessen. Von der Blütenbestäubung mal ganz abgesehen.

Nisthilfe und Winterquartier

Hier können Insektenhotels helfen – Nisthilfen für die Tiere, die in durchlöcherten Holzscheiben oder in Lehm eingelassenen hohlen Ästen Unterschlupf finden und dort auch überwintern können.

Die Idee ist gar nicht neu, schon im 19. Jahrhundert haben Naturfreunde in England Kästen für Wildbienen gebaut. Die heutigen Insektenhotels sind so gestaltet, dass unterschiedliche Tiere darin wohnen können. Man kann sie kaufen, aber auch selbst bauen.

Rinde, Stroh, Lehm – und ein Dach

Sie bestehen aus Baumscheiben, Rinde, Stroh, Schilfrohr und Lehm, viele haben ein kleines Dach, das vor Nässe schützt, einige auch ein Drahtgitter, das Vögel abhält. Wer selbst eines bauen will, sollte darauf achten, dass die verwendeten Zutaten trocken sind und keine Chemie im Holz steckt.

Bruthöhlen aus Bambus oder Schilf

Die hohlen Äste (zum Beispiel Bambus oder Schilfhalme) werden nebeneinander gelegt, die Baumscheiben durchlöchert und auf diese Weise zu Bruthöhlen gemacht. Lücken stopft man mit Heu oder Lehm aus. Das fertige Hotel bekommt einen Platz an der Sonne, denn die meisten Insekten lieben Wärme.

Wer die Wildbienen und die anderen Insekten besonders verwöhnen möchte, sucht einen Sonnenplatz in der Nähe von Wildpflanzen, damit die Tiere auch Nahrung finden. Ganz nebenbei kümmern sich Bienen um die Bestäubung der Obstbäume im Garten und Florfliegen um die Vernichtung der Blattläuse.

Bio-Unterricht am Insektenhotel

Ehrlich gesagt ist so ein Kasten nicht nur eine Hilfe für Insekten, sondern auch richtig spannend. Ich habe schon Kinder gesehen, die minutenlang davorstanden und Wildbienen beim Einfliegen beobachtet haben. Interessanter kann Biologieunterricht ja eigentlich kaum sein!

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2 thoughts on “Ein Hotel für Wildbiene & Co.”

  1. hallo Silke
    ich wohne in der 1. Ökosiedlung Berlins, seit 1992
    Ich bin in der dazugehörenden Ökogruppe aktiv
    seit über 15J. kommt 1x jährlich im April Derk Ehlert zum
    „Vogelspaziergang durch unsere Siedlung“, wir haben hier
    ca.25 Vogelarten, für die unterschiedlichsten Vogelarten hängen
    Nistkästen. Seit ca. 20J. hat sich hier die Mehlschwalbe angesiedelt
    für deren Bedürfnisse wir alles Tun was möglich ist, mit Unterstützung
    des BUND.
    Nun wollen und müssen wir unbedingt auch die Wildbienen unterstützen.
    Hier befindet sich 1 kl.Wiese mit zahlreichen Wildblumen-u.Kräutern, die wir höchstens 2x im Jahr mähen lassen, zwar nicht SO ideal gelegen aber immerhin und wir wollen diese jetzt als ideales Quartier u.Umfeld für Wildbienen gestalten. Dazu brauchen wir echte fachmännische Unterstützung, denn wir wollen alles richtig machen. Wir wollen unbedingt ein „Wildbienen-Hotel“, haben auch die Möglichkeit der Finanzierung dazu.
    Wir bitten um Informationen, Unterstützung, Kontakt >

    zwar nicht SO ideal gelegen, aber

    1. Hallo, Vivi,
      das ist eine tolle Idee! Es gibt in Berlin das Projekt „Berlin summt“, das sich mit Bienenschutz in Berlin beschäftigt (www.berlin-summt.de), hier könnten Sie sich an die Gründerin Dr. Corinna Hölzer (hoelzer@stiftung-mensch-umwelt.de) wenden. Auch im Ökowert (www.oekowerk.de) könnten Sie Informationen bekommen, denn dort gibt es auch Wildblumenwiesen und Insektenhotel. Ein Experte dort ist Thomas Hoetger (hoetger@oekowerk.de).
      Herzliche Grüße – und ganz viel Erfolg für das Wildbienenprojekt!
      Silke

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