Ein Luchs in Brandenburg

Luchs
Luchs Foto: NABU/H. Pollin

Im Harz ist der Luchs schon wieder heimisch, dank intensiver Bemühungen von Naturschützern. Die größte europäische Katzenart war schon vor 200 Jahren ausgerottet worden – in den 1970er Jahren fing man an, die Tiere wiederanzusiedeln.  24 Luchse wurden zwischen 2000 und 2006 in die Freiheit entlassen, und 2002 gab es die ersten Luchs-Geburten in der wilden Natur. Tendenz: langsam steigend. In Brandenburg kann man von solchen Zahlen nur träumen. Ja, immerhin leben hier Wölfe, die demnächst auch einmal Thema dieses Blogs sein werden. Aber der Luchs war bisher nicht aufgetaucht. Bis jetzt.

Luchs tappte auf Truppenübungsgelände in eine Fotofalle

Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass vor ein paar Wochen ein Luchs auf dem Truppenübungsgelände Altengrabow, nicht weit von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt  aufgetaucht ist. Eine richtige Begegnung war es nicht, das Tier wurde von einer automatischen Kamera eingefangen, die eigentlich aufgestellt wurde, um Wölfe zu beobachten.

Luchs und Wolf an einem Ort

Woher der Luchs kommt, ist noch nicht klar. Aus dem Harz soll er wohl nicht stammen. Seine Gegenwart ist aber auf alle Fälle ein Grund zur Freude. Und noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes: Denn das Gelände in Altengrabow ist das einzige in Deutschland, auf dem Wolf und Luchs gemeinsam leben. Auch wenn der Luchs dort zahlenmäßig noch Nachholbedarf hat. Mit etwas Glück findet das Tier, dessen Geschlecht den Naturschützern noch nicht bekannt ist, einen Partner und sorgt in Brandenburg für Nachwuchs.Wo

Der Luchs braucht große naturnahe Gebiete

Ausgerottet wurde der Luchs in Deutschland übrigens wegen seines Fells und hauptsächlich, weil der Mensch einen Jagdkonkurrenten loswerden wollte. Inzwischen ist die Katze, die ungefähr so groß ist wie ein Schäferhund und am gefleckten Fell, den Pinselohren und dem Stummelschwanz gut zu erkennen ist, wieder da. Zum Glück. Allerdings ist sein Anspruch an seinen Lebensraum hoch: Der Einzelgänger benötigt große, möglichst unzerschnittene, naturnahe Gebiete mit viel Wald und Wild. Drei Kilogramm Fleisch vertilgt er pro Tag – zu seiner bevorzugten Beute gehören Rehe, Füchse, Hasen, Mäuse und Wildschweine.

Lautlos, scheu und gut getarnt

Sehen lässt sich der Luchs selten. Er ist äußerst scheu und durch sein geflecktes Fell noch dazu bestens getarnt. Weil er zudem auch noch perfekt hören und sehen kann, bemerkt er Menschen viel früher als sie ihn. Seine weiteren Fähigkeiten: lautloser Gang und ausgeprägtes Sprungtalent.

Informationen über den Luchs

Wer mehr über die wunderschöne Katze lernen möchte, findet auf der Internetseite des Luchsprojektes Harz viele Informationen, von der Beschreibung des lautlosen Jägers bis zur Wiederansiedlung. Auch das Schaugehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg wird vorgestellt. Im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck (www.wildpark-schorfheide.de) gibt es ebenfalls ein großes Gehege für Luchse. Fütterung der Tiere ist täglich außer dienstags um 11 Uhr.

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