Ein Schachbrett, das Blumen liebt

Schachbrett Foto: Eberhard Müller
Schachbrett Foto: Eberhard Müller

Wussten Sie,  dass der Name Schmetterling aus dem Slawischen kommt und so viel wie Sahnevogel bedeutet? Das kommt daher, dass es Arten gibt, die tatsächlich eine kleine Vorliebe für Sahne haben. Und wenn wir schon mal bei der Namensherkunft sind: Die Bezeichnung Falter hat nichts mit Falten zu tun, sondern mit Flattern. Dass die altgriechische Bezeichnung für Schmetterling „Psyche“ ist und das soviel wie „Seele“ bedeutet, macht die zarten Blumenbestäuber noch geheimnisvoller. 160.000 Schmetterlings-Arten gibt es, und der, um den es heute geht, gehört zu den schönsten: der Schachbrettfalter, meist einfach nur Schachbrett genannt.

Schmetterling mit Schachbrett-Muster

Das Insekt macht seinem Namen mit seinen schwarzen und weißen Schachbrett-Flecken wirklich alle Ehre. Mit seiner Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimetern ist das Schachbrett nicht klein, mit seiner Farbe sehr auffällig – aber übersehen kann man es trotzdem: Wenn es die Flügel zusammenklappt, wird es unsichtbar. Die Unterseite ist nämlich deutlich weniger intensiv gepunktet und verschwimmt mit ihrer braun-weißen Farbe gut mit der Umgebung.

Vorliebe für rote Blüten

Bis man das Schachbrett in diesem Jahr sieht, dauert es aber noch ein Weilchen: Unterwegs ist es erst im Frühsommer und bis in den September hinein. Seine Lieblingsfarbe scheint rosarot zu sein, denn es sitzt am liebsten an Skabiosen, Kratzdisteln und Thymian-Teppichen.

 Das Schachbrett braucht ungemähte Wiesen

Sehr selten ist der zu den Edelfaltern gehörende Schmetterling nicht, aber wie so viele Tierarten hat auch er mit einem verschwindenden Lebensraum zu kämpfen.  Und ein bisschen auch mit wenig aufmerksamen Landwirten. Denn für die Eiablage braucht das Schachbrett ältere Gräser, und die findet es nur auf ungemähten Wiesen, deren Halme gleichzeitig Kinderstube und Nahrung der nachtaktiven Raupen sind. Intensive Landnutzung und starke Düngung von Wiesenflächen bedrohen den Schmetterling ebenfalls. Und nicht nur ihn: Sobald die Blumen durch die Düngung verschwunden sind, sieht man bald kaum noch Insekten.

 

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