Ein sprechender Baum und andere Abenteuer in der Uckermark

Manche nennen die Uckermark die „Toskana des Nordens“. Diesen Vergleich hat die Region nordöstlich von Berlin eigentlich gar nicht nötig – wer einmal dort war, wird den herben Reiz des dünn besiedelten Gebietes nicht vergessen. Naturliebhaber zieht es sowieso in die Uckermark, in der 60 Prozent der Fläche Naturschutzgebiete sind.  Darunter so bedeutende wie der Nationalpark Unteres Odertal, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin  und der Naturpark Uckermärkische  Seen. Dazu kommen hübsche kleine Städte und Bauwerke wie die winzige Kirche von Alt Placht, in der früher häufig Horst Kasner, der 2011 verstorbene Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, gepredigt hatte.

In der Uckermark unterwegs mit dem Ökowerk

Es lohnt sich sehr, diese einsame Landschaft zu erkunden, die aus gutem Grund auch Künstler inspiriert. Besonders spannend wird es am 29. Juni,  wenn das Ökowerk zur Radtour „Quer durch die Uckermark“ einlädt. Dr. Andreas Meißner, Biologe, Historiker und Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Ökowerk, begleitet die Teilnehmer bei der knapp 50 Kilometer langen Tour, die von Templin nach Angermünde führt –  durch Wälder und vorbei an Seen und Wiesen. Er kennt Tiere und Pflanzen und kann über ihre Lebensräume und Gefährdung erzählen.

Natur-Unterricht in der Blumberger Mühle

Eine Station ist das Nabu-Erlebniszentrum Blumberger Mühle bei Angermünde. Das informiert seit 1997 über die Natur im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, zu dem bekanntlich auch der Grumsin gehört. Das Zentrum ist ein überaus spannender Ort. Das Gebäude erinnert an einen hohlen Baumstumpf und verschwimmt sozusagen mit der Umgebung. Auch innen wurden naturverträgliche Stoffe verwendet – Lehm und Kalksandstein, Holz und Recyclingpapier. Das begrünte Dach ist eine natürliche Wärmedämmung.

Ausstellungen über Wasser und Erde

Aber auch die Ausstellungen im Zentrum sind sehenswert. Sie befassen sich hauptsächlich mit den Themen Wasser und Boden. Da gibt es den riesigen Findling, der von der Eiszeit erzählt, den Moorraum, in dem man das System der Moore und ihre Gefährdung erfährt, und den Wald-Raum, dessen Herzstück Baumbart, ein sprechender Baum mit Gesicht, ist.  Man kann die Welt aus Adleraugen sehen und mit dem Standfahrrad die schönsten Orte der Uckermark erkunden. Umgeben ist das Naturerlebniszentrum von einer reizvollen Landschaft aus Teichen, Gärten, mehreren Lehrpfaden und nachgebildeten Tierbauten. Auf dem Freigelände kann man Sumpfschildkröten und Vögel beobachten – und könnte sich dort problemlos zwei ganze Tage aufhalten, ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen. Bei der Radtour muss man sich bestimmt einiges für das nächste Mal aufheben, denn bei schönem Wetter geht es noch zum Wolletzsee: Badepause!

Treff: 29. Juni, 9.25 Uhr, Bahnhof Südkreuz, Gleis für RE  18508. Abfahrt 9.36 Uhr. Bitte bis 26. Juni unter Tel. 30 00 050 anmelden. Teilnahme 15 Euro plus Fahrtkosten. Bitte Fernglas und Verpflegung mitbringen. Infos: www.oekowerk.de; www.blumberger-muehle.de

no images were found

494 total views, 1 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis