Eindrucksvoller Wintergast: die Saatgans

Mit der Saatgans macht sich gerade ein weiterer Wintergast auf den Weg in den Norden. Einige der eindrucksvollen Vögel haben die kalte Zeit in Berlin verbracht, deutlich mehr waren es in Brandenburg, wo man sie auf Feldern auch gut beobachten konnte.

Die Saatgans brütet im Norden Skandinaviens

Wie der Seidenschwanz und der Singschwan verbringt die Saatgans den Sommer im hohen Norden. Ihr Brutgebiet ist die nordskandinavische Tundra, doch nicht alle Saatgänse fliegen in den Norden – auch im Sommer kann man immer mal wieder einige in Deutschland sehen. Der bis zu 90 Zentimeter große Vogel mit der Flügelspannweite von 1,50 Metern hat ein graubraunes Gefieder, der Kopf ist dunkelbraun. Am schwarzen Schnabel hat er eine orangefarbene Markierung. Auch die Füße sind orangefarben.

Trompetender Ruf

Es ist nicht ganz einfach, Saat-, Bläss- und Graugans zu unterscheiden – die Blässgans ist um einiges kleiner, die Graugans hat einen helleren Kopf. Beim Ruf aber gibt es deutlichere Unterschiede: Die Saatgans ruft trompetend, nasal und laut, die Strophe und klingt ein bisschen wie „kajakk“. Allerdings ist sie weniger ruffreudig als ihre Verwandten.

Vegetarierin mit Vogliebe für Erntereste

Sehen kann man die Saatgans in den Überwinterungsgebieten tagsüber vor allem auf Wiesen und Getreidefeldern, die Nächte verbringt sie auf dem offenen Wasser. Sie ernährt sich von Flechten, Wurzeln, Gras und Klee, auf Feldern sucht sie nach Ernteresten und verschmäht auch Getreideansaaten nicht, was sie bei Landwirten nicht unbedingt beliebt macht. Auch Beeren und Bohnen stehen auf ihrem Speiseplan – Letzteres ist wohl auch der Grund dafür, dass ihr wissenschaftlicher Name „Anser fabalis“ übersetzt „Bohnengans“ bedeutet.

Saatgans: Abflug zu den Brutgebieten

Im März verlassen die meisten Saatgänse ihr Überwinterungsgebiet und fliegen in Richtung Norden, wo sie vier bis acht Wochen später ankommen. Dass dort oft noch Schnee liegt, macht ihnen nichts aus. Der Nachwuchs aber muss sich beeilen: Die Küken schlüpfen etwa einen Monat nach der Eiablage und sind nach sechs Wochen flügge. Schon Anfang September fliegt die ganze Familie in die Überwinterungsgebiete, die Jungvögel bleiben noch bis zum Frühjahr bei den Eltern.

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