Eine Mauer gegen Schmuggler

Alte-Stadtmauer
Alte-Stadtmauer Foto: Carsten E. Böttcher

Wissen Sie, was das für ein Bauwerk ist? Es ist die Berliner Mauer. Glauben Sie nicht? Stimmt aber. Allerdings ist es nicht DIE Berliner Mauer, sondern die alte Stadtmauer (Akzisemauer), die die Stadt von ungefähr 1737 bis Mitte des 19. Jahrhunderts umgeben hat. Sie diente als Zollmauer, die Schmugglern das Handwerk erschweren sollte. Durch 18 Tore konnte man die Stadt betreten und musste dort als Händler Steuern für seine Waren (Akzise genannt) zahlen. Aber dann wuchs die Stadt immer weiter, und die Mauer wurde immer wieder verschoben. Anfangs war sie aus Holzpalisaden (denen verdankt die Friedrichshainer Palisadenstraße übrigens ihren Namen), später aus Stein und mit vier Metern schon abschreckend hoch für Schmuggler.

Akzisemauer: Zolltore und ein Oberbaum

Und jetzt kommen berühmte Bauwerke ins Spiel. Das Brandenburger Tor zum Beispiel war einer der repräsentativen Eingänge. Andere, wie das Wassertor oder das Neue Tor sind längst verschwunden, ans Hallesche und das Schlesische Tor erinnern immerhin noch U-Bahn-Stationen. Ein Überbleibsel der alten Zeit ist die Oberbaumbrücke, die früher ebenfalls als Zollkontrollstelle diente. Ihren Namen verdankt sie den Holzbalken, die früher im Wasser schwammen und die Durchfahrt für Schiffe sperren konnten – sie hießen Unter- und Oberbaum.

Nur ein kleiner Rest der Mauer steht noch

Weil  Berlin immer größer wurde und außerhalb der Akzisemauer Vorstädte entstanden, wurde das Bauwerk bis 1870 fast vollständig abgerissen. Nur noch die wenigen auf dem Foto gezeigten Meter blieben stehen. Es ist schwer, den Verlauf der alten Mauer rund um die Stadt nachzuvollziehen. Anhaltspunkte sind nur die Bahnhöfe, die früher rings um die Stadt entstanden. Anhalter- und Hamburger Bahnhof zum Beispiel, Potsdamer Bahnhof (heute Potsdamer Platz) und der heutige Nordbahnhof, der früher Stettiner Bahnhof hieß. Der Besuch des alten Bauwerks lässt sich übrigens gut mit einem Spaziergang rund um die Ruine des alten Anhalter Bahnhofs verbinden. Wem dabei die Natur fehlt: Der Spaziergang führt auch am Deutschen Technikmuseum vorbei. In dem dreht sich nicht nur viel um Naturwissenschaften, sondern gleich hinter ihm erstreckt sich der Gleisdreieckpark.

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2 thoughts on “Eine Mauer gegen Schmuggler”

  1. Liebe Silke,
    müßte eine solch historische „Berliner Mauer“ nicht besser gepflegt werden? Aber, gerade derzeit gibt es in Berlin sicher andere Probleme (Airport).
    Herzliche Grüße und schreib weiter so.
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang, danke für den Hinweis! Ja, man sollte sie besser pflegen und auch noch deutlicher auf sie hinweisen, denn viele Menschen wissen gar nichts von diesem Denkmal!

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