Einsatz für die Wechselkröte im Freizeitpark Marienfelde

Müllkippen sind ja nicht unbedingt Orte, an denen man sich gerne aufhalten möchte. Eigentlich. Aber manchmal muss man eine Ausnahme machen. Denn im Süden Berlins, kurz vor der Landesgrenze zu Brandenburg, gibt es eine Müllkippe, die sich in ein Stück wilde Natur verwandelt hat, in der seltene Tiere wie die Wechselkröte leben. Der 40 Hektar große Teilbereich des Freizeitparks Marienfelde hat seine Vergangenheit schon beinahe vergessen. Zum Glück.

Verpuffung im Freizeitpark Marienfelde

Die Vergangenheit, das war die Zeit zwischen 1950 und 1981, in der an dieser Stelle ungefähr vier Millionen Kubikmeter Hausmüll gelagert wurden. Dass dort auch Methangas entstanden ist (wie in vielen Mülldeponien), das zur Wärmegewinnung genutzt wurde, ist eine andere Geschichte – eine, die in die Schlagzeilen kam, weil es 2001 eine Verpuffung gab und der Park vier Jahre lang gesperrt werden musste.

Heimat von Zauneidechse und Wechselkröte

Diese Zeit hat die Natur genutzt, und zwar gründlich. Der nicht allzuweit vom Britzer Garten entfernt gelegene Park wurde zum Biotop, in dem so seltene Tiere wie die Wechselkröte (Foto) oben, die Zauneidechse, die Wechselkröte oder der Kammmolch Rückzugsflächen finden. Sogar der Feldhase und der Pirol wurden in dem insgesamt 120 Hektar großen Freizeitpark, in dem es Wasserflächen, Wiesen und einen immerhin 77 Meter hohen Hügel (für Berlin ist das ja eigentlich schon ein Berg – die Nachbarn nennen die Anhöhe sogar Marienfelder Alpen) gibt, schon entdeckt. Ein Stück wildes Berlin also, das so sensibel ist wie alle grünen Flächen in der Stadt.

Aktionstag für Wechselkröte und Natur im Park

Damit sich nicht allzu viel neuer Müll im Freizeitpark Marienfelde ansammelt und die seltenen Tiere und Pflanzen auch weiterhin Rückzugsflächen finden, gibt es seit 2008 die Zwiebelfrösche. Die Juniorranger zwischen sieben und zwölf Jahren bauen Nistkästen, beobachten Tiere und kümmern sich um die Hütte im „Grünen Klassenzimmer“.

Am 16. Februar können Berliner die jungen Helfer unterstützen. Beim Natur-Aktiv-Tag darf jeder buddeln, sägen und harken. Angeleitet werden die Freiwilligen vom Naturranger Björn Lindner, der auch einiges über die notwendigen Biotop-Arbeiten erzählt, die notwendig sind, damit seltene Arten wie die Wechselkröte im Park heimisch bleiben. Was Sie brauchen? Zeit (von 10 bis 14 Uhr), feste Schuhe, Arbeitshandschuhe und – falls vorhanden – Hilfsmittel wie Astschere oder Spaten.

Treffpunkt: Ranger-Haus im Freizeitpark Marienfelde, Pavillon am Diedersdorfer Weg 5.

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2 thoughts on “Einsatz für die Wechselkröte im Freizeitpark Marienfelde”

  1. Hallo,
    Danke für den schönen Beitrag…

    Nun… der Winter muss ja mal langsam ei Ende haben…
    also wie wäre es mit einer persönlichen Begehung zum Frühjahr auf der Suche nach unseren heimischen Lurchen?

    Bitte kontaktieren Sie mich telefonisch unter 0170 56 55 112.

    Mit „osterlichen“ Grüßen,
    Ihr NaturRanger
    Björn Lindner

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