Es war die Nachtigall….

Dieser Vogel hat schon unzählige Dichter inspiriert. Theodor Storm beschrieb ihn, Oscar Wilde ebenfalls, und Shakespeare widmete ihm in „Romeo und Julia“ eine Zeile, die auch Leute kennen, die es mit Shakespeare sonst nicht so haben: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche…“  Wer die Nachtigall anschaut, ist verblüfft, warum sich die Künstler ausgerechnet mit ihr befasst haben – wer sie hört, der weiß es: Der Vogel, den es auch in der Natur in Berlin und Brandenburg gibt, hat eine unglaubliche Stimme.

Die Nachtigall – so groß wie ein Spatz

Der Sänger ist nicht einmal 20 Zentimeter lang und damit etwa so groß wie ein Spatz.  Das Gefieder ist bei Männchen und Weibchen gleichermaßen grau-gelb-beige-braun. Die Unauffälligkeit aber verschwindet, sobald er den Schnabel aufsperrt.

Singen um die Gunst der Weibchen

Natürlich singt die Nachtigall nicht, um den Menschen eine Freude zu bereiten. Sie verfolgt einen höheren Zweck. Sobald es wärmer wird, beginnen unverpaarte Männchen nachts mit ihrem Gesang, um Weibchen anzulocken. In der Brutsaison hört man sie nicht nur nachts, sondern auch am Tage. Nachtigallengesang ist vielschichtig, die Vögel beherrschen bis zu 260 Strophenarten – mehr als fast alle anderen europäischen Vögel.

Eine Stimme mit heilenden Kräften…

Wenn man bedenkt, wie sehr die Nachtigall Künstler inspiriert hat, ist es kein Wunder, dass ihrem Gesang früher auch heilende Kräfte nachgesagt wurden. Er soll, so heißt es, Kranke gesund machen und Sterbenden einen sanften Tod bescheren.

Die Nachtigall liebt Auwälder

Der Zugvogel, dessen Name vom althochdeutschen Wort „gal“ (Gesang) abstammt, liebt lichte Laub- und Auwälder, auch Friedhöfe und Parks sind gute Lebensräume. Eines aber braucht er unbedingt, und das gibt es immer weniger, weil es meist entfernt wird: Unterholz und eine Schicht aus Laub. Das ist auch der Grund, warum der Vogel mit der atemberaubenden Stimme nur noch so selten zu hören ist.

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One thought on “Es war die Nachtigall….”

  1. Liebe Silke,
    diese Stimme ist wirklich wunderbar. Ich höre sie im Frühling sehr häufig, vermutlich brütet ein Nachtigallen-Paar in meinem Garten. Gesehen habe ich sie noch nie, aber ihr abendliches Konzert lasse ich mir nicht entgehen!
    Liebe Grüße von Maria

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