Die besonderen Kräfte des Färberginsters

Färberginster
Färberginster

Den Färberginster kann man beim besten Willen nicht übersehen. Dieses Gelb… Das haben die Menschen schon vor Urzeiten auch so gesehen und festgestellt, dass man mit der Pflanze Stoffe färben kann. So kam der Färberginster (Genista tinctoria) zu seinem Namen.

Färberginster färbt gelb, braun oder grün

Grund für die Färbekraft ist das Flavon Luteolin, der zum Beispiel auch in Olivenöl, Kamille und Karotten steckt. Wenn man Wolle vor dem Färben mit Alaun beizt, wird sie knallgelb, wenn man Eissen(II)sullfat verwendet, entsteht ein dunkles Braun und Kupfersulfat lässt die Wolle grün werden.

So wird Wolle bunt

Und wenn wir schon mal dabei sind: Es gibt auch noch andere Färberpflanzen. Mit Färberwaid, der Indigopflanze und den Beeren der Gewöhnlichen Mahonie zum Beispiel kann man Stoffe blau färben, mit Färberkrapp, Heidelbeere oder Holunder rot. Die Sumpfdotterblume färbt orange, die Brennessel und die Kornblume grün und die Echte Walnuss braun.

Bienen und Käfer als Bestäuber

Färberginster gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler, der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler und zur Gattung Ginster (Biologen lieben es kompliziert). Die Pflanze wird etwa 20 bis 50 Zentimeter hoch. Die Blätter sind klein, länglich und spitz zulaufend, die Blütentrauben. erscheinen zwischen Mai und August. Bestäubt werden sie von Bienen, Schmetterlingen und Käfern. Anschließend bilden sich die Hülsenfrüchte, die sich schwarz färben, wenn sie reif werden und dann bei Trockenheit aufspringen.

Intensive Landwirtschaft verträgt er nicht

Die größten Chancen, Färberginster zu sehen, hat man auf Mager- oder Moorwiesen und an Waldrändern. Intensive Landwirtschaft verträgt er nicht.

Bodenverbesserer

Wie alle Hülsenfrüchtler geht die Pflanze eine Symbiose mit stickstoff-fixierenden Bakterien ein und bildet ein sauerstoffbindendes Protein. So ist sie ein natürliche Gründünger und trägt zur Fruchtbarkeit des Bodens bei.

Giftige Heilpflanze

Dass Färberginster auch als Heilpflanze genutzt wird, lassen wir hier lieber weg, denn alle Teile sind giftig – Selbstmedikation würde ich deshalb nicht empfehlen. Aber es gibt Vermutungen, dass sie bei der Behandlung von Brustkrebs helfen könnte (Grund ist das enthaltene Phyto-Östrogen Genistein). In der Homöopathie wird die Pflanze als Mittel gegen Verdauungsprobleme, Wechseljahresbeschwerden und Hautausschläge eingesetzt.

Färben mit Färberginster

Färberginster
Färberginster Foto: Silke Böttcher

Wer mit der Pflanze färben will, braucht außerdem noch Alaunsalz, damit sich die Farbe später nicht auswäscht. Das Salz wird in heißem Wasser aufgelöst, danach gibt man es in einen großen Topf, legt die zu färbende Wolle hinein und füllt soviel Wasser hinein, dass die Wolle komplett bedeckt ist. Nun erhitzt man das Wasser langsam und kocht die Wolle dann eine Stunde lang auf 90 Grad.

Das Ganze auskühlen lassen (am besten über Nacht), dann auswringen und feucht halten. In der Zwischenzeit werden die Pflanzenteile 24 Stunden lang eingeweicht und danach eine Stunde ausgekocht. Wolle hineingeben und bewegen, damit die Farbe überallhin kommt. Nach einer Stunde herausnehmen und ohne auszuwringen auf eine Wäscheleine hängen. Ergebnis: ein intensives Gelb…


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