Woher die Färberkamille ihren Namen hat

Färberkamille
Färberkamille Foto: Silke Böttcher

Die Blüten der Färberkamille sind so knallgelb, dass man glauben könnte, sie leuchten. Übersehen kann man die Pflanze, die auch als Färber-Hundskamille bekannt ist, jedenfalls kaum. In Berlin ist sie nicht häufig, aber man kann ihr begegnen.

Die Färberkamille ist ein Korbblütler

Wie auch die Echte Kamille gehört die Färberkamille zu den Korbblütlern. Mit der bekannten Heilpflanze ist sie nicht näher verwandt, sie verdankt ihren Namen der Ähnlichkeit ihrer Blätter. Der Zuname „Hund“ ist vermutlich eine Herabsetzung, weil die Pflanze nicht die starke Heilwirkung der Echten Kamille hat.

Blütezeit von Juni bis September

Die Blätter der Färberkamille sind zart gefiedert und haben eine weißliche Unterseite. Die großen Blüten (die Margariten-Blüten ähnlich sehen) haben einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern und erscheinen zwischen Juni und September. Nachts schließen sie sich.

Sonnenanbeterin mit Vorliebe für trockene Böden

Bienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern der Pflanze, die an sonnigen Wegrändern, auf Brachen, in Weinbergen, auf Trockenrasen und auf Steinbrüchen wächst. Sie liebt trockene Böden, die gerne auch steinig sein dürfen. Sehr viel Feuchtigkeit mag sie weniger, auch Dünger benötigt sie kaum. Auch in Gärten kann man sie sehen, denn sie ist auch eine beliebte Zierpflanze.

Färben mit den knallgelben Blüten

Den Namen „Färber“-Kamille trägt das Gewächs nicht ohne Grund. Tatsächlich werden die Blüten gerne zum Färben von Stoffen verwendet. Besonders Leinen, Wolle und Hanffasern nehmen die Farbe gut an. Verwendet werden die getrockneten Blüten (etwa ein Kilo auf ein Kilo Wolle). Die Wolle wird vorab mit Alaun gebeizt. Danach legt man die Blüten für einige Stunden in Wasser, kocht die Masse dann auf und lässt sie eine Stunde lang auf kleiner Flamme köcheln. Noch einmal stehen lassen (bis zu zwölf Stunden), danach die Blütenköpfe heraussieben und die Wolle dazugeben. Anschließend wird die Flüssigkeit auf 60 bis 70 Grad erhitzt. Die Wolle immer mal herausheben und prüfen, wie intensiv sie die Farbe schon angenommen hat. Sobald der Farbton erreicht ist, die Wolle herausnehmen, ausspülen und danach mit Essig fixieren.

So werden Ostereier gelb

In der Osterzeit kann man auch Eier in dem Blütensud färben. Eine Handvoll Blüten kommen in einen Liter Wasser, 15 Minuten köcheln lassen, dann die rohen Eier für etwa zehn Minuten hinzugeben und hart kochen.

Färberkamille im Garten

Wer die Färberkamille im Garten kultivieren möchte, kann sie im Frühjahr oder Herbst an einen sonnigen, nicht zu feuchten Ort pflanzen. Wichtig ist ein gut durchwurzelter Ballen. Dünger braucht die Pflanze kaum, auch Schädlingsbefall ist selten. Dafür kann man sich den ganzen Sommer über, oft bis in den Oktober hinein, am kräftigen Gelb der Blüten freuen.

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