Falter im Festtagsgewand: der Trauermantel

Trauermantel Foto: Carsten Böttcher
Trauermantel Foto: Carsten Böttcher

Der Schmetterling auf dem Foto hat vermutlich schon so einiges erlebt. An einigen Stellen ist die Farbe seiner Flügel ausgeblichen – vielleicht musste er mal um sein Leben kämpfen. Oder mit einem Rivalen. Es ist ein Trauermantel, eine Seltenheit in der Natur um Berlin. Und nicht nur dort: In ganz Deutschland steht der Edelfalter auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Das Foto ist im Schlaubetal entstanden, wo es Flussufer und lichte Laubwälder gibt, in denen sich der Trauermantel wohlfühlt.

Der Trauermantel hat prachtvolle Flügel

Es gibt nur wenige einheimische Schmetterlinge, die so groß und so spektakulär aussehen. Die Flügel des Trauermantels sind dunkelbraun, an den Rändern hat er hellblaue Flecken in einem schwarzen Band und außen sind die leicht gezackten Flügel cremeweiß. Übersehen wird man den bis zu siebeneinhalb Zentimeter großen Trauermantel also wohl kaum. Es sei denn, er klappt die Flügel zusammen. Dann sieht man zwar noch den weißen Rand, aber das Tier verschwimmt mit der Landschaft.

Eiablage in Bäumen

Unterwegs ist der Trauermantel das ganze Frühjahr und den Sommer über bis September, danach bereitet er sich auf die Winterruhe vor. Sobald es im nächsten Jahr wieder wärmer wird, beginnt die Paarungszeit und die Eiablage an Zweigen von Birken, Ulmen oder Salweiden. Von den Blättern der Bäume ernähren sich später auch die Raupen – sehr praktisch, wenn man sein Kinderzimmer aufessen kann! Manchmal sieht man die Raupen, die mit ihren roten Beinen, schwarzem Körper mit Dornen und roten Rückenflecken genauso spektakulär aussehen wie der spätere Schmetterling. Bevor die nächste Generation des Trauermantels  schlüpft, verpuppen sich die Raupen.

Woher der Trauermantel seinen Namen hat

Seinen Namen verdankt der Trauermantel vermutlich seiner Flügelfarbe. Aber in einem Text über den Schmetterling habe ich gelesen, dass er auch nicht so munter herumflattert wie andere Falter, sondern etwas langsamer unterwegs ist. Als das Foto entstand, ist mir das nicht aufgefallen, aber vielleicht dichtet man dem Trauermantel ja auch ein schweres Gemüt an, weil er einen so ernsten Namen hat… Wer ihn sieht, darf sich jedenfalls über die seltene Begegnung freuen.

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