Niedlich und unbeliebt: die Feldmaus

Niedlich sieht sie aus, die Feldmaus. Ein Winzling von zehn Zentimetern Körperlänge, mit großen Ohren und graubraunem, am Bauch weißlichem Fell. Zu sehen bekommt man sie selten, dabei ist sie häufig, in manchen Jahren sogar extrem häufig.

Die Feldmaus liebt offene Kulturlandschaften

Lebensraum der Feldmaus, die zu den gefürchteten Wühlmäusen gehört, sind offene Kulturlandschaften wie Felder und Wiesen mit kurzgehaltenem Gras. Gebiete also, die sie gut überblicken kann, denn die Feldmaus hat sehr viele Feinde. Vor allem Greifvögel können ihr gefährlich werden (der Mäusebussard trägt sie als seine Lieblingsspeise sogar im Namen), ebenso Räuber wie das Mauswiesel und der Fuchs.

Wie der Nager seinen Bestand sichert

Die Maus hat eine Methode gefunden, ihren Bestand zu sichern. Die Weibchen werden schon im Alter von zwei Wochen geschlechtsreif, und sie können – zumindest theoretisch – alle 20 Tage Nachwuchs bekommen. Alle paar Jahre gibt es deshalb massenhafte Vermehrungen mit großen Schäden für die Landwirtschaft.

Monokulturen begünstigen die Vermehrung der Maus

Ironie des Schicksals: Naturschützer haben festgestellt, dass es gerade die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen ist, die die massenhafte Vermehrung der Mäuse begünstigt. Denn ihre natürlichen Feinde brauchen Rückzugsbereiche wie Hecken am Feldrand – zum Brüten, aber auch als Deckung. Tatsächlich gibt es in abwechslungsreichen Landschaften deutlich weniger Schwankungen im Bestand der Mäuse.

Vorliebe für Saatgut und Wurzeln

Die kleinen Nager haben eine Vorliebe für Saatgut, Getreide, Wurzeln und andere unterirdische Pflanzenteile und können damit sehr großen Schaden in der Landwirtschaft anrichten. Manche Landwirte versuchen die Tiere mit Ablenkungsfütterungen von ihren Feldern fernzuhalten, andere stellen sogenannte Sitzkrücken für Greifvögel auf.

Feldmaus-Bekämpfung ohne Gift

Wirkungsvoll ist  das Zerstören der unterirdischen Gänge und Wohnbereiche durch Pflügen. Das Auslegen von Giftködern allerdings lehnen Naturschützer ab, weil die auch von anderen Tieren, etwa Greifvögeln und Feldhasen, aufgenommen werden können. Seit 2013 gibt es eine Arbeitsgruppe der Agrarminister von Bund und Ländern, die sich unter anderem mit dem Phänomen der Massenvermehrung der Feldmaus befasst (Info: feldmaus.jki.bund.de).

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