Die Fichte ist Baum des Jahres 2017

Fichte
Fichte

Nominiert war sie schon 2014, jetzt ist die Europäische Fichte zum Baum des Jahres 2017 gewählt worden. Das Gewächs ist die einzige Fichtenart, die in Deutschland natürlich vorkommt. Dass manche sie auch Rottanne nennen, kann ein bisschen verwirren. Auf alle Fälle hat sie die Auszeichnung verdient.

Die Fichte ist umstritten

Dabei ist die Fichte ein bisschen umstritten. Die einen lieben sie als „Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft“, die anderen dichten herablassend: „Willst du den Wald bestimmt vernichten, pflanze nichts als reine Fichten.“ Grund genug, sich mal näher mit ihr zu beschäftigen.

Ein Baum aus der Taiga

Ursprünglich stammt die Fichte aus der Taiga. Zusammen mit der Birke und der Kiefer prägt sie die Landschaften in Skandinavien. In wärmeren Gebieten findet man sie selten, in Deutschland wächst sie vor allem in höheren Lagen, wo sie sich gegen die Konkurrenz anderer Bäume durchsetzen kann. Auch feuchte Regionen und Bereiche an den Rändern von Hochmooren besiedelt der Baum gerne.

Seit Jahrhundert angepflanzt

Eigentlich müsste die Fichte also in Deutschland eher selten sein. Dass sie heute der häufigste Baum ist, liegt daran, dass sie seit Jahrhunderten in Forsten angebaut wird. Oft genug in Monokultur, obwohl solche Wälder sehr empfindlich sind gegen Stürme. Hinzu kommt, dass sich in Monokulturen Schädlinge wie zum Beispiel Borkenkäfer stark vermehren können und sich auch holzzersetzende Pilze leicht verbreiten.

Lange Zeit häufig: Monokulturen

Weil sie schnell wächst, war sie trotzdem lange Zeit Baum der Wahl – ohne Rücksicht auf passende Standorte und ohne sich Gedanken über die Folgen von Monokulturen zu machen. Inzwischen hat sich das geändert. Heute werden weniger Flächen mit Fichten bepflanzt, statt dessen setzt man Buchen und andere Laubbäume.

Die Fichte sticht, die Tanne nicht

Die Fichte ist ein eindrucksvoller Baum, der zum Beispiel im Harz recht häufig ist. Aber wie unterscheidet man sie eigentlich von der Tanne? Ein Sprichwort hilft weiter: „Die Fichte sticht, die Tanne nicht.“ Tatsächlich hat die Fichte spitze Nadeln, die stechen, während die Nadeln der Tanne eher weich sind. Die Zapfen hängen an den Zweigen (bei Tannen „stehen“ sie aufrecht) und fallen meistens im Ganzen ab – was man auf dem Waldboden findet, sind also keine Tannen-, sondern Fichtenzapfen. Denn die Tanne wirft nur einzelne Schuppen ab und keine kompletten Zapfen.

Eindrucksvolle Blüten

Spektakulär sind die Blüten der Fichte – sie erscheinen im April und Mai und sind rot oder rotbraun, und wer sie genau anguckt, erkennt schon die Form der späteren Zapfen. Die Fichte braucht mindestens 30 Jahre, bevor sie zum ersten Mal blüht – allerdings auch nur dann, wenn sie genug Platz hat. In Monokulturen kann es bis zu 70 Jahre dauern, bis sie blüht!

Samen mit Flügeln

Die Zapfen fallen ab September von den Bäumen. Innen liegen die Samen, die kleine Flügel tragen und mit dem Wind verbreitet werden. Und der Baum kann noch mehr: Sein Harz wurde früher zur Herstellung von Terpentin und Lacken benutzt, auch Bierfässer wurden mit ihm versiegelt. Und wer einmal an den Nadeln riecht, bemerkt den intensiven, ätherischen Duft – das Öl hilft gegen Atemwegserkrankungen und ist ein guter Badezusatz.

Die Fichte als Weihnachtsbaum

Dass Bienen die Pollen lieben, wissen alle, die Waldhonig mögen. Der Baum des Jahres 2017 ist nämlich ein wichtiger Lieferant dieses intensiv schmeckenden, dunklen Honigs. Ach ja, und dann wäre da noch die Nutzung als Weihnachtsbaum. Früher stand die Fichte in fast allen Wohnzimmern, heute aber nutzt man eher Nordmann-Tannen.

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