Filmtipp: „Der Bauer und sein Prinz“

Was tut Prinz Charles in einem Naturblog? Er spielt in einem Film mit, der sich mit ökologischer Landwirtschaft befasst. „Der Bauer und sein Prinz“ von Bertram Verhaag spielt auf der großen ökologisch bewirtschafteten Farm, die der Prinz seit 30 Jahren besitzt. Jetzt läuft das Werk im Kino.

„Der Bauer und sein Prinz“ – seit 1985 sind sie ein Team

Prinz Charles hat eine Vision. Er möchte die Welt ökologisch ernähren und die Natur heilen. Zusammen mit seinem Farmmanager David Wilson hat er sich im Lauf der Jahre ein großes Wissen über den nachhaltigen Anbau angeeignet, der ohne Gifte und künstliche Düngemittel auskommt. Schon 1985 haben sie damit begonnen – zu einer Zeit, in der man mit dem Wort „nachhaltig“ noch gar nichts anfangen konnte. Oft wurde der Prinz of Wales für diese Ideale belächelt, aber er ließ sich nicht beirren.

Die Duchy Home Farm ist einer der bekanntesten Biohöfe in Europa

Er war sicher, dass er Landwirte nur mit praktischen Beispielen überzeugen kann. Seine Duchy Home Farm in Gloucestershire, die zu den bekanntesten Biofarmen Europas zählt  (und das nicht nur wegen des königlichen Besitzers), ist seit Jahren Ziel zahlloser Bauern aus ganz Großbritannien, die sich dort über die nachhaltige Landwirtschaft informieren. Denn Prinz Charles gibt sein Wissen bereitwillig weiter.

Visionen für die Landwirtschaft

In poetischen Bildern erzählt der Film „Der Bauer und sein Prinz“, der auch schon beim Green-Me-Festival zu sehen war, von den Visionen der beiden Protagonisten und von ihren Erfahrungen. Etwa mit dem Boden, der sich langsam veränderte, als sie begannen, auf den künstlichen Dünger zu verzichten.

Ein Prinz, der selbst mit anpackt

Prinz Charles ist sich  nicht zu fein, selbst mit Hand anzulegen. Man sieht ihn in der abgewetzten Jacke auf dem Feld stehen, im Boden wühlen oder Hecken begrenzen. Die indische Sozialarchivistin Dr. Vandana Shiva, die im Film auch zu Wort kommt, bemerkte schmunzelnd, dass unter den Fingernägeln des Prince of Wales immer etwas Schmutz ist. Typisch für einen Menschen, der seine Visionen lebt. „Ich wollte“, sagt der Prinz, „die Dinge heilen und verlorenen Lebensraum wiederherstellen.“ Und sich für die kleine Familienlandwirtschaft einsetzen, die mehr und mehr von Großbetrieben verdrängt wird.

Doch wer angesichts dieser Vorstellungen den Kopf schüttelte und das ganze nachhaltige Projekt für Unsinn hielt, wurde eines Besseren belehrt. Der nach den Idealen des Prinzen bewirtschaftete Hof gedeiht, er wird als Unternehmen geführt, das auch Gewinn machen muss. Und es tut.

Fünf Jahre Dreharbeiten für „Der Bauer und sein Prinz“

Fünf Jahre dauerten die Filmarbeiten, 120 Stunden Rohmaterial wurden zusammengetragen. Nach Fertigstellung war der spannende Blick hinter die Kulissen noch 84 Minuten lang. Am Ende des Films, der mehrere Auszeichnungen bekommen hat (z.B. den Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm von der Stiftung NaturSchutzFonds bei der Ökofilmtour 2014), hat der Zuschauer eine andere Vorstellung des Prince of Wales. Und sieht vermutlich auch biologisch angebaute Lebensmittel künftig mit anderen Augen. Und wer mal Produkte der Duchy Home Farm probieren möchte: Marmeladen und Gebäck bekommt man im Biosupermarkt.

In Berlin läuft „Der Bauer und sein Prinz“ noch bis 24. Dezember im Filmtheater am Friedrichshain und im Kant Kino. Am 18. März 2015 ist er in den Hackeschen Höfen zu sehen. Weitere Infos: www.derbauerundseinprinz.de

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