Fledermaus-Abend im Britzer Garten

Mausohr Fledermaus
Fliegendes Mausohr Foto: NABU/Eberhard Menz

Sie können fliegen, aber Vögel sind sie nicht. Und Fledermäuse sind geheimnisvolle Jäger der Nacht, um die sich viele düstere Mythen ranken. Vielleicht, weil sie ein bisschen unheimlich aussehen. Vielleicht, weil sie so lautlos sind. Und bestimmt, weil einige wenige von ihnen tun, was sonst nur Wesen aus Vampir-Filmen machen: Sie trinken Blut. Am Freitag kann man im Britzer Garten und im Freilandlabor Britz einiges über Fledermäuse lernen – und die Tiere mit etwas Glück sogar sehen.

Die Ernährung der Fledermaus

Um eines vorwegzunehmen: Blutsaugende Vampirfledermäuse (sie heißen wirklich so!) gibt es nur in warmen Gebieten – und selbst dort trinken sie Blut von Nagetieren oder Vögeln, mit Menschen wollen sie nichts zu tun haben. In Europa leben andere Arten, die sich von Nektar oder Insekten ernähren. Was Fledermäuse so eindrucksvoll macht, sind ihre Flugmembrane, die vom Hand- bis zum Fußgelenk reichen. Am Kopf unterscheiden sich die Arten sehr. Einige haben beispielsweise riesige Ohren, andere erinnern an Mäuse.

Eindrucksvoller Orientierungssinn in der Nacht

Zu den 23 in Deutschland heimischen Arten, die man manchmal in der Dämmerung fliegen sieht, gehören der Große und der Kleine Abendsegler. Der erste der beiden ist mit seiner Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern deutlich größer als sein kleinerer Verwandter, der es maximal auf 30 Zentimeter bringt. Das Foto zeigt ein fliegendes Mausohr.

Von Vögeln unterscheiden kann man Fledermäuse durch ihren rasanten und etwas zackigen Flug. Denn bekanntlich orientieren sich Fledermäuse mit Hilfe von Ultraschall und Echo-Ortung. Ihre Sinne sind so fein, dass sie ihre Beutetiere im Flug fangen können. Die Tage verbringen die Tiere in großen Gruppen in Höhlen, Felsspalten oder fledermausgeeigneten Dachböden (mit Schlupflöchern in Form von Hohlräumen bzw. Ritzen), und nachts gehen sie auf Jagd.

Unterwegs mit Taschenlampe und Bat-Detektor

Deshalb ist der Termin im Britzer Garten auch abends: Am 25. April von 19.30 bis 21.45 Uhr geht es auf Entdeckungstour mit Inga Böttner. Vorab gibt es Informationen zu den wichtigsten Berliner Arten, danach mit Taschenlampe und einem „Bat-Detektor“ (ein Gerät, das die Ultraschall-Laute der Fledermäuse in Töne übersetzt, die das menschliche Ohr hören kann) in den Park (Termin für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren, Anmeldung unter Tel. 90277-3000 oder vhs@ba-ts.berlin.de erforderlich, Beitrag 2,50 Euro zzgl. Parkeintritt.  Treffpunkt: Parkeingang Sangerhauser Weg 1).

Fledermaus-Nacht im Freilandlabor Britz

Von 19.30 bis 23 Uhr gibt es im Freilandlabor Britz ebenfalls am 25. April die Nacht der Fledermäuse – ebenfalls mit vielen Informationen und mit Beobachtung vor Ort (Termin für Familien, Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren, Anmeldung unter Tel. 703 3020 notwendig, Beitrag 6, Erwachsene 3 Euro plus Parkeintritt, Treffpunkt Freilandlabor Britz, Verwaltungsgebäude ggü. Parkeingang Sangerhauser Weg).

Wen anschließend das Fledermaus-Fieber gepackt hat, der sollte sich unbedingt einen Besuch auf der Zitadelle Spandau vormerken, wo man im Fledermauskeller 200 tropische Arten sehen kann und viele Informationen über das Leben der Tiere bekommt. Der Keller ist täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Info www.bat-ev.de

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