Fledermaus-Spaziergang im Briesetal

Fledermäuse gehören zu den nächtlichen Jägern, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Und über die viele Geschichten erzählt werden, von denen die meisten nur erfunden sind. Wahr ist allerdings, dass sie lautlos unterwegs sind. Mit Hilfe spezieller Detektoren aber kann man sie hören – bei einer Fledermauswanderung zur Waldschule Briesetal.

Fledermaus und Gruselfilme

Fledermäuse haben einen schlechten Ruf. Sie sollen Unglück bringen, und man brachte sie schon immer mit schwarzer Magie in Verbindung. Nicht ohne Grund sind sie eine Idealbesetzung in Vampir- und Gruselfilmen. Auch wenn das mit dem Unglück und der schwarzen Magie ins Reich der Märchen gehört: Ihre Gestalt mit den ledrigen Flügeln mit Klauen und ihre spitzen Zähne und ihre Eigenart, kopfüber zu hängen, sind tatsächlich vielen Menschen unheimlich. Dass es tatsächlich Vampirfledermäuse gibt, die sich von Blut ernähren, macht diese Tierart nicht beliebter. Aber dieses Blut stammt von kleinen Säugetieren (nicht von Menschen) und die Vampirfledermäuse sind auch nicht bei uns, sondern in Südamerika und anderen heißen Gebieten zuhause.

Von der Zwergfledermaus bis zum Abendsegler

Es gibt also viele Gründe, sich mit den faszinierenden Geschöpfen etwas näher zu beschäftigen, von denen einige Arten auch in Berlin und Brandenburg wohnen. Bei dem Spaziergang am Freitag (21. August) geht es um diese einheimischen Fledermäuse: Um Zwergfledermaus (die in eine Streichholzschachtel passt), Großes Mausohr (Foto), Breitflügelfledermaus, Großen Abendsegler und einige andere, die in und am Rand der Hauptstadt Lebensräume gefunden haben.

Mit Beginn der Dämmerung werden sie aktiv

Den Tag verbringen Fledermäuse, die die einzigen Säugetiere sind, die fliegen können, kopfüber in ihren „Wohnungen“ – Keller, Dachböden und anderes -, mit Beginn der Dämmerung werden sie aktiv. Wenn man sehr gut aufpasst, kann man sie manchmal sehen und an ihrem zackigen Flug auch gut von Vögeln unterscheiden.

Orientierung und Jagd mit Ultraschall

Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, und die jagen sie mit Hilfe ihres Ortungssystems im Ultraschallbereich. Ohne Hilfsmittel können menschliche Ohren die Geräusche, die Fledermäuse ausstoßen, nicht wahrnehmen. Fliegt ein Insekt in der Nähe, dann reflektiert sein Körper den Ruf der Fledermaus und der Jäger kann „sehen“, wohin er fliegen muss. Das Ortungssystem ist so ausgeklügelt, dass Fledermäuse sogar Insekten oder Gegenstände mit einem Durchmesser von weniger als 0,2 Millimetern bemerken. Auf diese Weise kommen sie nicht nur an ihre Beute, sondern sind auch in der Lage, Hindernissen auszuweichen. Was den zackigen Flug erklärt.

Fledermäuse hören – mit dem Bat-Detektor

Bei der Familienwanderung durchs Briesetal kann man die Tiere hören, und zwar mit Hilfe eines Bat-Detektors, der die Ultraschall-Geräusche hörbar macht. Mit etwas Glück kann man sie auch am noch nicht ganz dunklen Abendhimmel beobachten. Andreas Lauter von der Naturwacht leitet die Führung, er weiß viel über die unterschiedlichen heimischen Fledermaus-Arten und ihre Lebensweise.

Die Wohnungen der Flattertiere

Spannend ist, dass Fledermäuse viele unterschiedliche Quartiere haben – Sommer- und Winterquartiere, Männchen-, Paarungsquartiere und Wochenstuben für die Weibchen mit ihren Jungen. Die Tiere benötigen ungestörte, kühle Orte ohne Zugluft, an denen sie Winterruhe halten. Wichtige Winterquartiere in Berlin sind zum Beispiel die Zitadelle Spandau, das Wasserwerk Friedrichshagen und der Botanische Garten.

Abgedichtete Häuser vertreiben die heimlichen Mitbewohner

Das größte Problem für die heimlichen Jäger ist das Verschwinden ihres Lebensraums. Wenn an Häusern selbst kleinste Spalten abgedichtet, Dächer ausgebaut und Keller oder Bunkerräume verschlossen werden, finden die Tiere keine Unterschlupfmöglichkeiten mehr. Auch deshalb stehen viele Fledermausarten auf der Roten Liste.

Berliner Institutionen helfen bei der Wohnungssuche

Immerhin gibt es in Berlin, wo 17 Fledermaus-Arten zuhause sind (fünf davon verbringen die kalte Jahreszeit in der Hauptstadt), mittlerweile 21 Winterquartiere, die in Zusammenarbeit zwischen Nabu, Berliner Wasserbetrieben, Berliner Forsten und den Bezirksämtern eingerichtet wurden. Resultat: Die Bestände haben zugenommen.

Fledermaus-Spaziergang: Infos

  • Termin: 21. August, 20 bis 23 Uhr
    Treffpunkt: S-Bahnhof Borgsdorf (S1)
    Ziel: Waldschule Briesetal
    Infos: Telefon: 03303-402262. Bitte feste Schuhe und Taschenlampe mitbringen. Unkostenbeitrag: 3 Euro. www.waldschule-briesetal.de

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