Fleischfarbenes Knabenkraut ist die Orchidee des Jahres 2015

Fleischfarbenes Knabenkraut, Orchidee des Jahres 2015
Fleischfarbenes Knabenkraut Foto: Silke Böttcher

Die Orchidee des Jahres 2015 wurde gekürt: Es ist das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata). Der nüchterne Name lässt kaum ahnen, welch eine Schönheit da im Rampenlicht steht. In Brandenburg ist die Orchidee sehr selten, aber mit viel Glück kann man sie sehen.

Fleischfarbenes Knabenkraut: Vorliebe für feuchte Wiesen

Das Fleischfarbene Knabenkraut wird ungefähr kniehoch und wächst vor allem auf feuchten Wiesen und Niedermooren, gelegentlich auch in lichten Wäldern mit feuchtem Boden und ausreichend Sonneneinstrahlung. Seine Blätter sind schmal und lang, die Blüten hellrosa, oft auch fleischfarben, was der Pflanze den Namen eingebracht hat.

Lippe mit rotem Muster

Das Foto zeigt eine rosafarbene  Variante aus Brandenburg. Die Kelchblätter (Sepalen genannt) an der Seite stehen wie Ohren nach oben, die Kronblätter (Petalen) bilden eine Art Helm. Darunter liegt die Lippe, die ein rotes Linien- und Punktmuster hat. Zwischen den Blüten trägt die Orchidee schmale Tragblätter.

Die Orchidee reagiert empfindlich auf Veränderungen

Es ist nicht immer ganz einfach, diese Orchidee sicher zu bestimmen, denn oft bilden sich Hybriden (Mischlinge) mit dem Breitblättrigen Knabenkraut, das ebenfalls auf feuchten Wiesen mit eher basischen Böden wächst. Allerdings ist das Fleischfarbene Knabenkraut deutlich seltener und reagiert außerdem sehr viel empfindlicher auf Veränderungen. Sobald ihm Büsche oder anderer hoher Bewuchs das Licht nehmen, verschwindet sie. Deshalb ist die Pflege von Biotopen, auf denen die Orchidee wächst, sehr wichtig für den Erhalt.

Fleischfarbenes Knabenkraut in Brandenburg

Hinzu kommt, dass Feuchtwiesen ohnehin immer seltener werden, weil man sie nicht oder kaum wirtschaftlich nutzen kann. Auch deshalb wurde das Fleischfarbene Knabenkraut zur Orchidee des Jahres 2015 gewählt – es steht ein bisschen auch stellvertretend für andere selten gewordene Pflanzen der Feuchtwiesen. Immerhin ist das Fleischfarbene Knabenkraut, das in vielen Bundesländern extrem selten ist, in Brandenburg noch einigermaßen häufig zu sehen. Blütezeit der zarten Schönheit ist zwischen Mai und Juni.

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