Fliegenpilz: Prachtkerl mit rotem Hut

Fliegenpilz
Fliegenpilz Foto: Silke Böttcher

Der Fliegenpilz ist vermutlich der bekannteste Pilz überhaupt. Und das, obwohl man ihn gar nicht essen kann. Aber er ist so dekorativ, dass es nur sehr wenige Kinderbücher über den Wald gibt, in dem er nicht vorkommt. Auch in Berliner Wäldern kann man ihn sehen.

 Fliegenpilz in Berliner Wäldern

Übersehen kann man den Fliegenpilz kaum: eine Schönheit mit leuchtend rotem Hut und weißen Schuppen. Diese  „Punkte“ kann man teilweise abwischen – sie sind Reste einer Hülle, die anfangs den gesamten Pilz umgeben hat. Der Fliegenpilz wird maximal 20 Zentimeter hoch. Als ganz junger Pilz bildet er eine Halbkugel, später öffnet er sich zur typischen Pilzform.

Woher der Pilz seinen Namen hat

Sehen kann man den Fliegenpilz ungefähr zwischen Juli und Oktober in Laub- und Nadelwäldern. Er mag saure Böden. Seinen Namen verdankt er möglicherweise einer etwas makabren Tradition aus alten Zeiten. Früher, so heißt es, hat man Stücke des Pilzes in gezuckerte Milch gelegt – als Falle für Fliegen. Es gibt auch noch andere Theorien, die mit der berauschenden Wirkung des Pilzes zu tun haben („Fliegen“ bedeutete im Mittelalter „Wahnsinn“).

Schön, aber ziemlich giftig

Für Menschen ist der Fliegenpilz allerdings auch gefährlich.Er enthält Gifte wie Ibotensäure, Muszimol und Muskarin. Eine Vergiftung geht einher mit Unruhe, Rauschgefühl, Farb-Illusionen, Krämpfen, Lähmungen, Erbrechen und Verwirrtheit. Es dauert bis zu 15 Stunden, bis die Symptome abklingen.  Die Menge von 45 Milligramm pro Kilo Körpergewicht gilt als tödliche Dosis. Ich habe aber auch gelesen, dass es in Sibirien Volksstämme gibt, die den Pilz als Rauschmittel einsetzen. Eine Tradition, die ich eher nicht empfehlen würde.

Der Fliegenpilz ist ein Glücksbringer

Wer einen Fliegenpilz im Wald sieht (er ist übrigens mit dem Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ nicht gemeint  – diese Hommage geht an die Hagebutte), der darf sich freuen: Der Pilz ist ein echtes Glückssymbol (was vemutlich an seiner berauschenden Wirkung liegt) und steht damit einträchtig neben rosa Schweinchen und dem vierblättrigen Kleeblatt.

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