Flugübungen bei Vogelkindern

Solange sie im Nest sitzen, sind Vogelkinder ziemlich sicher. Aber irgendwann treibt es sie hinaus: Sie wollen die Flügel ausprobieren und die neue Welt da draußen gründlich unter die Lupe nehmen. Aber wie das so ist mit neuen Fähigkeiten: Es funktioniert noch nicht alles perfekt. Viele Jungvögel in der Berliner Natur schaffen es aus dem Nest, aber irgendwann lassen die Kräfte der Flügel nach, und die Tiere legen auf Ästen Zwischenstation ein. Und dann wird es gefährlich.

Tschilpender Vogelkinder ist kein Hilferuf

Ästlingsphase nennen Experten diesen Zeitraum, in dem die Vögel noch nicht richtig fliegen können, aber auch nicht mehr im Nest sitzen. Sie probieren es weiter, sobald sie wieder Kräfte gesammelt haben. Und wenn sie rufen, dann ist es ein Gespräch mit ihren Eltern. „Gib mir Futter“, könnte es heißen. Oder: „Hier bin ich!“ Was es so gut wie nie bedeutet: „Lieber Mensch, bitte hilf mir!“ Die jungen Vögel sind zwar noch nicht flügge, aber in der Regel können ihnen die Vogeleltern wunderbar helfen – sie zum Weiterüben animieren oder wenigstens Futter bringen.

Junge Vögel bitte nicht „retten“!

Manchmal finden Berliner junge Vögel irgendwo auf Ästen oder gar auf dem Waldboden und fürchten, die kleinen Tiere wären in Not. Dann bringen sie die Jungvögel zum Nabu, der aber über diese gut gemeinte Hilfe gar nicht so glücklich ist. Denn für die Tierkinder ist es eine Katastrophe, wenn die Bindung zu den Eltern unterbrochen wird. Nur wenn die Vögel an einer allzu gefährlichen Stelle sitzen, zum Beispiel auf einer Straße, dann kann man sie an einen sicheren Ort möglichst ganz in der Nähe setzen. Für Katzenbesitzer mit Garten gilt in dieser Zeit: Hausarrest für den Stubentiger, für den noch flugunfähige Vogelkinder eine leichte Beute wären.

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