Was die Frühlings-Platterbse mit der Erbse zu tun hat

Frühlings-Platterbse Pflanze Blüte
Frühlings-Platterbse Foto: Silke Böttcher

Die Frühlings-Platterbse ist so zart, dass sie im Wald beinahe nicht zu sehen ist. Dabei kann sie locker 40 Zentimeter hoch werden und hat wirklich eindrucksvolle Blüten. Unsichtbar machen kann sie sich trotzdem – aber wer genau guckt, kann ihr jetzt in den Wäldern in Berlin und Brandenburg begegnen.

Die Frühlings-Platterbse ist ein Schmetterlingsblütler

Wer angesichts des Namensteils „Erbse“ verwundert ist, dem sei verraten, dass die Gemüse- und die Frühlings-Platterbse locker verwandt sind – beide gehören zu den Schmetterlingsblütlern und beide sind Hülsenfrüchte. Essbar allerdings sind nur die Früchte der Garten-Erbse.

Vorliebe für Buchenwälder

Die Frühlings-Platterbse wächst in Laub- und Mischwäldern, vor allem in Buchenwäldern mit kalkhaltigem Boden. Schatten macht ihr nichts aus. Sie nutzt wie Buschwindröschen und andere Frühlingsboten das Licht im noch blattlosen Frühlingswald.

Die Blüten wechseln ihre Farbe

Der Stängel ist viereckig (wie bei der Taubnessel), die Blätter sind oval, spitz zulaufend und paarweise angeordnet. Das Auffälligste aber sind die Blüten. Sie sind nickend, d.h., sie hängen leicht nach unten. Anfangs sind sie erst purpurrot und werden später blauviolett (das habe sie zum Beispiel mit dem Lungenkraut gemeinsam). Einige Blüten werden später sogar beinahe türkisfarben.

Welche Insekten die Blüten bestäuben können

Blütezeit ist im April und Mai, aber nur bestimmte Insekten, etwa Bienen und Hummeln, können die Blüten bestäuben und mit ihrem langen Rüssel an den im Inneren verborgenen Nektar gelangen. Grund ist die Form der Schmetterlingsblüten, deren untere Kronblätter miteinander verwachsen und von den seitlichen Kronblättern umhüllt sind – landende Insekten lösen eine Art Mechanismus aus, der die Staubfäden herausschnellen lässt und den Pollen freigibt.

Frühlings-Platterbse: Die Samen werden weggeschleudert

Nach der Blütezeit bilden sich Hülsenfrüchte, die Ähnlichkeit mit Erbsenschoten haben. Sie werden vier bis sechs Zentimeter lang und einen halben Zentimeter breit und enthalten jeweils sechs bis 14 Samen. Für die Verbreitung nutzen sie einen Trick: Die Hülse trocknet aus, wenn die Samen reif geworden sind, reißt dann auf und schleudert die Früchte in die Umgebung. Für die nächste Generation an Frühlings-Platterbsen.

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