Spaziergang auf dem Frühlingspfad

Hunds-Zahnlilie
Hunds-Zahnlilie Foto: Silke Böttcher

Wer eine Schwäche für Blütenteppiche hat, der sollte unbedingt in den Botanischen Garten Berlin kommen. Dort startet heute der Frühlingspfad, und wer ihm folgt, der begegnet sehr vielen Frühblühern. Nicht nur den heimischen, sondern auch einigen exotischen.

Frühlingspfad: Märzenbecher im Buchenwald

Der Pfad, der die Besucher zu den wichtigsten Pflanzen des Frühlings führt, hat zwölf Stationen. Man kann sich sehr lange aufhalten, weil es so viel zu sehen gibt, auch wenn im Augenblick noch nicht alles, was im Frühlingspfad-Faltblatt (gibt es am Eingang) steht, aufgeblüht ist. Im Rotbuchenwald am Eingang Königin-Luise-Straße kann man ein Meer aus Schneeglöckchen, Winterlingen, Christrosen, Märzenbechern und Leberblümchen bewundern. Einige tragen noch Knospen, andere sind schon voll aufgeblüht. Auch Buschwindröschen und ein paar Adonisröschen und Küchenschellen wachsen hier.

Wunderschöne Hunds-Zahnlilie

Zwischen den Bäumen nicht allzu weit von den Heil- und Nutzpflanzen verstecken sich die zarten Blüten der Hunds-Zahnlilie (Foto). Sie wird nur ungefähr zehn Zentimeter groß und man muss ein bisschen suchen, um sie zu entdecken. Die sechs rosafarbenen Blütenblätter sind nach hinten gebogen und geben der Pflanze auf den ersten Blick ein bisschen Ähnlichkeit mit einem kleinen Alpenveilchen. In Deutschland wächst der Hunds-Zahn nur als Kulturpflanze, heimisch ist er im südlichen Mitteleuropa.

Die gelben Sterne des Huflattichs

Im Sumpfpflanzengarten auf der anderen Seite des Hauptweges zwischen Eingang und Gewächshäusern leuchten die gelben Sterne des Huflattichs und die ersten Schlüsselblumen. Und in ein paar Wochen sind die Schwertlilien dran.

Pracht der Kamelien im Gewächshaus

Die nächsten Stationen auf dem Frühlingspfad sind die Gewächshäuser. Rhododendron und Kamelien blühen um die Wette. Das Mittelmeerhaus ist wie eine Kurzreise auf die Kanaren – hier blühen Drachenwurz und Natternkopf.

Warum der Riesenaronstab auch Stinkender Willi heißt

Station 5 ist spektakulär: An einer Stelle blüht der Amerikanische Riesenaronstab. Er sieht eindrucksvoll aus mit seinen gelben Riesenblüten, aber wer ihm näherkommt, der ahnt schnell, warum das Gewächs auch als Stinktierkohl oder Stinkender Willi bekannt ist… Also: Augen auf und Nase zu.

Flieder und Obstbäume stehen in den Startlöchern

Flieder und Forsythien (Station 6) brauchen noch ein Weilchen, und bei den Obstbäumen – Birnen, Kirschen und Äpfel – sind auch erst ein paar wenige Blüten dran. Die Knospen aber sind schon ganz dick, und demnächst färben sich die Baumreihen rosa, rot oder schneeweiß,  ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.

Wildtulpen auf dem Frühlingspfad

Weiter geht es zu Magnolien und Wildtulpen und zu den Blausternen, die demnächst auch wieder viele Berliner Parks in ein zartes Hellblau tauchen werden. Und es geht zu den Krokus-Wiesen. Gelbe, weiße, violette und lilafarbene Blüten stehen dicht an dicht und bringen wieder Farbe in die Natur. Zwischendrin kann man natürlich auch andere Pflanzen entdecken. Ein Spaziergang durch den Botanischen Garten ist nämlich immer auch eine kleine Reise um die Welt

Adresse: Botanischer Garten Berlin, Eingänge: Königin-Luise-Platz (Bus 101, X83) und
Unter den Eichen (Bus M48).Öffnungszeiten im März: tgl. 9-18 Uhr (letzter Einlass um 17.30 Uhr). Eintritt: 6, erm. 3 Euro. Das Faltblatt zum Frühlingspfad, mit Wegbeschreibungen und Erklärungen wird mit dem Ticket ausgegeben

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