Frühling in den Startlöchern

Blühende Hasel
Blühende Hasel Foto: Silke Böttcher

Es wird Frühling – und hier ist der Beweis! Die ersten Haselsträuche in Berlins wilder Natur sind schon dabei, sich aufs Blühen vorzubereiten. Egal wie dunkel, kühl und abweisend das Wetter noch ist und wie sehr es sich noch nach Winter anfühlt, die Kätzchen sind schon dabei, sich zu öffnen.

Frühling liegt in der Luft: Die Kätzchen strecken sich

Erkennen kann man das daran, dass sie sich in die Länge strecken.  Auf dem Foto sieht man den männlichen Blütenstand (Kätzchen genannt), der noch vor wenigen Tagen wintergraugrün war und jetzt gelbgrün zu leuchten beginnt.  Wenn er in voller Blüte steht, ist er goldgelb. Bis dahin dauert es aber noch ein Weilchen, ein bisschen Wärme braucht der Frühblüher Hasel noch. Ich weiß nicht, wie die Wettervorhersagen sind, aber wenn die Temperaturen jetzt steigen sollten, braucht die Hasel wahrscheinlich nur ein, zwei Tage, bis sich ihre Kätzchen öffnen.

Pollenwolken über Berlin

Über den  Haselstrauch habe ich vor einigen Wochen schon etwas erzählt, aber jetzt ist es Zeit, noch etwas zu ergänzen. Der Frühblüher ist ein wichtiger Pollenlieferant für die ersten Insekten, die unterwegs sind.  Die besuchen allerdings nur die männlichen Kätzchen, weil die sehr unscheinbaren weiblichen Blüten keinen Pollen enthalten und auch nicht duften. Um das mit der Bestäubung trotzdem sicherzustellen, ist der Pollen so federleicht, dass ein kleiner Windstoß reicht, um die Pollenwolke zu verteilen (Allergiker können ein Lied davon singen). Und weil die Natur nichts dem Zufall überlässt, hat sie die weiblichen Blüten zu wahren Pollenstaubfängern gestaltet.

Auch die Schwarzerle ist ein Frühblüher

Übrigens ist die Hasel nicht der einzige Baum, der so früh blüht. Auch die Schwarzerle bildet ihre Kätzchen schon im Februar. Also eigentlich noch vor dem Frühling. Wer nicht genau hinschaut, könnte die männlichen Kätzchen von Hasel und Erle beinahe verwechseln, allerdings endet die Ähnlichkeit an dieser Stelle auch schon: Die Hasel wird maximal sechs Meter hoch und wächst am liebsten an Waldrändern oder in lichten Wäldern, während die Schwarzerle auf 30 Meter  Höhe kommt und eine Vorliebe für feuchte Böden hat – auch Überschwemmungen machen ihr nichts aus.  Kein Wunder, dass es viele Erlen im Spreewald gibt, in Berlin allerdings ist sie nicht allzu häufig.

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