Tag des Gartens: Nabu-Tipps für Gärten ohne Pestizide

Kleiner Fuchs im Garten
Kleiner Fuchs im Garten

Heute ist der Tag des Gartens. Dieses kleinen Paradieses, in dem man so wunderbar abschalten und entspannen kann. Noch dazu liefert er Obst, Gemüse und Kräuter so frisch, wie es auch der beste Markt nicht kann. Eines übrigens braucht der Garten nicht: Pestizide. Der Nabu gibt Tipps, was man gegen Schädlinge, Pilze und Krankheiten tun kann.

Pro Jahr landen 6000 Tonnen Pestizide im Garten

Pestizide, sagt die Nabu-Gartenexpertin Marja Rottleb zum Tag des Gartens, sind im Garten leider immer noch weit verbreitet: „Fast 6000 Tonnen landen pro Jahr in privaten Gärten – sei es gegen Ameisen auf dem Gartenweg, Unkraut in den Pflasterfugen oder Blattläuse am Apfelbaum. Dabei tötet man mit diesen Giften nicht nur die unliebsamen Gäste, sondern auch nützliche Insekten.“

Gefahr für Insekten und Wildpflanzen

Und nicht nur die: Herbizide wie zum Beispiel Glyphosat vernichten auch Wildpflanzen, die für viele Insekten wichtig sind. Etwa die Brennessel, den Löwenzahn und die Taubnessel.

Die Brennessel ist Nahrung für Schmetterlinge

Die bei Gartenbesitzern so ungeliebte Brennessel zum Beispiel dient dem Tagpfauenauge als Nahrungsquelle für die Raupen (mal ganz abgesehen davon, dass sie auch noch eine richtig gute Küchen- und Heilpflanze ist). Und Löwenzahn lockt im Frühling unzählige Wildbienen und Schwebfliegen an.

Dramatischer Insektenschwund

Der dramatische Schwund an Insekten war schon mehrfach Thema dieses Blogs, und man merkt nicht nur beim Spazierengehen, dass kaum noch Schmetterlinge und Bienen zu sehen sind, sondern spürt es, so makaber es klingt, auch beim Autofahren: Früher war die Frontscheibe bei einer Fahrt über Land schnell übersät mit Insekten, die dagegen geprallt sind – inzwischen ist das nicht mehr so.

Brennesseljauche statt Gift

Wer Insekten und mit ihnen auch Vögel, Igel, Fledermäuse und Eidechsen schützen will, sollte auf den Giftschrank verzichten und auf die Tricks der Natur zurückgreifen. Brennesseljauche etwa, die man als Dünger einsetzen kann. Brennessel-Aufgüsse wiederum wirken gegen Blattläuse.

Stärkung für die Zellwände

Wer Ackerschachtelhalm verwendet, stärkt mit der darin enthaltenen Kieselsäure die Zellwände der Gemüsepflanzen und sorgt so dafür, dass sie Blattläusen, Pilzen und anderen Schädlingen besser widerstehen können. Marja Rottleb: „Dazu setzt man einen Tee aus der Pflanze an und besprüht die betroffenen Stellen damit.“

Auf Standortansprüche der Pflanzen achten

Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass die Pflanzen die richtigen Standortbedingungen bekommen. Sonnenanbeter haben andere Bedürfnisse als Schattenpflanzen. Im Gartencenter kann man sich nach Pflanzen für die jeweiligen Standorte erkundigen und sollte beim Einpflanzen auch darauf achten, dass die Gewächse genug Abstand voneinander haben – so können sich Schädlinge nicht so gut verbreiten.

Wacholder und Birnengitterrost

Empfehlenswert ist es zudem, Wirtspflanzen von Pilzen aus dem Garten zu entfernen. Dazu zählt der Wacholder, der im Sommer den Birnengitterrost-Pilz beherbergt – dieser befällt das Laub von Birnbäumen.

Mischkultur im Garten

Die beste Methode, Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten, ist eine Mischkultur. Sie ist schon seit Jahrtausenden bekannt und bewährt und sorgt außerdem dafür, dass die Pflanzen gut mit Nährstoffen versorgt werden. Monokulturen laugen den Boden aus, aber es gibt auch Gewächse, die sich besonders gut „vertragen“. Marja Rottleb zufolge gedeihen Erdbeeren gut neben Knoblauch, Kartoffeln neben Dicken Bohnen und Möhren stehen gern neben Lauch . Es lohnt sich, das mal auszuprobieren!

Nabu-Kampagne gegen Pestizide im Garten

Der Nabu will mit zwei Kampagnen dem Sinken der Artenvielfalt und dem Verschwinden der Insekten etwas entgegensetzen. Einmal mit der Zählaktion „Insektensommer“, die gerade auch Thema dieses Blogs war, und mit der Aktion #gönndirgarten, mit der Hobbygärtnern gezeigt wird, was sie selbst für die Tier- und Pflanzenwelt tun können. Ganz ohne Gift.

Hier finden Sie weitere Tipps – von Mischkultur und Fruchtfolge über den Kalkanstrich gegen Apfelbaumschädlinge bis zum Bohnenkaffee gegen Schnecken.

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