Nager mit Augenmaske: der Gartenschläfer

Ein bisschen müde sieht er ja aus, der Gartenschläfer auf dem Foto. Dabei hat er gerade sieben Monate verschlafen. Denn der kleine Nager macht seinem Namen viel Ehre – schlafen kann er besonders gut. In Brandenburg ist er leider sehr selten.

Gartenschläfer sind nur 15 Zentimeter lang

Der Gartenschläfer gehört wie sein Verwandter, der Siebenschläfer, zu den Bilchen (auch Schlafmäuse genannt). Er ist ungefähr zehn bis 15 Zentimeter lang, mit Schwanz sind es noch einmal knapp zehn Zentimeter mehr. Seine Bauchseite ist weiß, der Rücken grau bis braun. Auffällig ist seine Augenmaske: Der kleine Nager hat eine schwarze Linie, die von den Ohren bis über die Augen reichen – sie macht den Gartenschläfer unverwechselbar.

Der Nager lebt vor allem im Wald

Der erste Teil seines Namens ist übrigens ein bisschen irreführend, denn der Gartenschläfer lebt vor allem in strukturreichen Laub- und Nadelwäldern und in Gebieten mit Steinbrüchen. Obstgärten bewohnt er aber gelegentlich auch. Zu Gesicht bekommt man ihn aber fast nie, denn der Nager ist überwiegend nachtaktiv. Sobald es dunkel wird, jagt er nach großen Insekten, Schnecken, kleinen Mäusen und sogar gelegentlich Jungvögeln oder er sucht nach Eicheln, Bucheckern und Obst. Am aktivsten ist er gegen Mitternacht.

Wohn-Nester für die Tagesruhe

Tagsüber hat der Gartenschläfer eine Lieblingsbeschäftigung: schlafen. Er hält sich in seinem kugelförmigen Nest auf, das er in Bäumen baut, wohnt aber auch gerne in Nistkästen oder Baumlöchern.  Für die Winterzeit bezieht er im Oktober Baumhöhlen oder Felsspalten. Darin rollt er sich zusammen und schläft bis April.

Der Nachwuchs ist mit 40 Tagen selbstständig

Danach muss er sich beeilen. Im Mai ist Paarungszeit. Und das kann man manchmal sogar hören, denn Gartenschläferweibchen zeigen mit einem lauten Pfeifgeräusch, dass sie paarungsbereit sind. Nach etwa drei Wochen Tragezeit kommt der Nachwuchs zur Welt: durchschnittlich sieben nackte und blinde Babys. Sie brauchen nur etwa 40 Tage, bis sie selbstständig sind.

Die Tiere sind sehr geschickte Kletterer und bewegen sich auch sehr schnell auf dem Boden. Kälte mögen sie allerdings gar nicht und bleiben bei schlechtem Wetter auch im Sommer meist in ihrer Wohnhöhle.

Gartenschläfer sind selten geworden

Dass der Gartenschläfer so selten ist, liegt vor allem daran, dass sein Lebensraum immer kleiner wird. Ich habe gelesen, dass der Gartenschläfer das Nagetier ist, dessen Bestand in den letzten 30 Jahren am meisten zurückgegangen ist. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN, die zum Beispiel die Rote Liste der gefährdeten Arten erstellt, hat den Nager schon auf die Vorwarnliste gesetzt. Hoffentlich gelingt es, den Gartenschläfer, der sein Leben so sehr im Geheimen führt, vo dem Aussterben zu bewahren.

901 total views, 2 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis