Gefährdete Schönheit – die Hornisse

Hornisse Foto: Silke Böttcher
Hornisse Foto: Silke Böttcher

Haben Sie schon mal eine Hornisse gesehen? In der Natur in Berlin ist sie eher selten, und wenn es eine Begegnung gibt, dann reagiert der Zweibeiner oft panischer als das Insekt. Weil die Hornisse so groß ist.  Die Königin kann dreieinhalb Zentimeter lang werden, eine Arbeiterin zweieinhalb und eine Drohne 2,8 Zentimeter. Deutlich größer also als die Wespe, die der Hornisse ein bisschen ähnlich sieht. Panik ist aber absolut unnötig, denn Hornissen sind nicht aggressiv.

Kein Interesse an Obstkuchen

Das merkt man spätestens dann, wenn man bei schönstem Wetter auf dem Balkon oder im Straßencafé sitzt,  mit Latte Macchiato und Obstkuchen vor sich auf dem Tisch. Während sich Wespen auf Ihren Kuchen stürzen, würde eine Hornisse einfach vorbeifliegen – sie  interessiert sich nicht für Ihr Essen. Eher für die Wespe, die ein gefundenes Fressen für die Hornisse ist.

Die Königin baut das Nest der Hornisse

In Deutschland sind Hornissen so selten, dass sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Eine Begegnung ist also eher selten. Das Foto ist im Botanischen Garten entstanden, wo es genug Blüten und Insekten gibt und viele Möglichkeiten, ein Hornissennest zu bauen. Bauherrin ist die Königin, die die erste Wabe baut – zum Beispiel in einer  Baumhöhle oder in einen Nistkasten – und  mit befruchteten Eiern füllt.

Sie selbst ist es auch, die die Larven mit Insekten füttert, bis  der Nachwuchs zu Arbeiterinnen herangewachsen ist. Etwa 700 Tiere gehören maximal zu einem Hornissenvolk, das nur ein Jahr in dieser Form existiert. Den Winter überstehen nur die begatteten Jungköniginnen, der Rest des Hornissenvolkes stirbt, sobald der Frost kommt.  Bevorzugte Lebensräume der Hornissen sind Misch- und Auwälder sowie Bachläufe.

Vom Nest bitte Abstand halten

Das Hornissennest ist der einzige Ort, an dem man aufpassen sollte. Denn die Tiere sind durchaus bereit, ihr Volk zu verteidigen. Experten empfehlen, mindestens drei Meter vom Nest entfernt zu bleiben. Wer näher kommen möchte, sollte das Nest auf keinen Fall berühren, die Tiere nicht anpusten und hektische Bewegungen oder Erschütterungen vermeiden. Das Entfernen der Nester ist verboten, sollte eines irgendwie im Weg sein,  kann man sich bei Naturschutzverbänden wie dem Nabu über Möglichkeiten der Umsiedlung informieren.

Hornissen sind scheu

Übrigens ist ein Hornissenstich nicht gefährlicher als der Stich einer  Biene, Wespe oder Hummel. Bei Allergikern allerdings können Insektenstiche generell Reaktionen auslösen.  Angriffslustig sind die Tiere nicht,  eher scheu – sie stechen nur, wenn sie gequetscht werden. Wer im Spätsommer Fallobst aufsammeln will, sollte aber aufpassen, wo er hinfasst: Für überreife Früchte hat die Hornisse eine besondere Vorliebe.

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