Gefiederter Großstädter: der Turmfalke

Turmfalke
Turmfalke mit Jungen Foto: NABU/Rosl Rößner

Berlin ist die Hauptstadt der Turmfalken. 180 bis 250 Brutpaare gibt es hier – mehr als in jeder anderen Stadt. Kein Wunder, dass der Turmfalke auch der häufigste Greifvogel in Berlin ist, vor Bussard und Habicht. Vielleicht liegt das daran, dass er sich in der Nähe von Menschen ganz wohl fühlt.

 Der Turmfalke brütet gerne auf hohen Bauwerken

Seine Vorliebe für hochgelegene Brutplätze bescherte dem Turmfalken den Namen. Tatsächlich brütet er gerne auf Kirchturmspitzen. Und wer den Vogel mal am Himmel gesehen hat, der weiß, warum der Turmfalke auch den Spitznamen Rüttelfalk trägt: Manchmal „steht“ er hoch oben an einer Stelle und schlägt heftig mit den Flügeln, um die Position zu halten. Von oben hat er beste Sicht auf das Geschehen am Boden und kann mit seinen scharfen Augen Beutetiere wie Feld- und Wühlmäuse auch aus großer Höhe erkennen. Was er dann tut, ist eindrucksvoll: Im Sturzflug jagt er zum Boden, bremst wenige Zentimeter davor ab und schlägt zu. Das Opfer bekommt von der Aktion oft gar nichts mit.

Vor 30 Jahren gab es nur wenige Turmfalken in Berlin

In den 1970er Jahren sah es schlecht aus für die Turmfalken in Berlin. Die Stadt hatte sich allzu sehr angestrengt, um Gebäude vor Tauben zu schützen. Hohlräume in Mauern, die die Falken für die Brut nutzen, wurden geschlossen – die Zahl der Falken ging daraufhin stark  zurück. Die Tiere, die blieben, suchten sich andere Brutplätze in Baumhöhlen oder Lüftungsrohren. Sogar in Blumenkästen auf ungenutzten Balkons ließen sie sich nieder. Unterstützung bekamen die Greife von Tierschützer, die Nistkästen an Kirchtürmen und anderen Gebäuden anbrachten. Die Bemühungen hatten Erfolg: Heute ist der Bestand der Falken stabil.

Ein lautes „Kikiki“ des Turmfalken am Himmel

Übrigens zieht nur ein Teil der Turmfalken im Winter in den Süden. Wenn es genug Nahrung gibt, bleiben sie auch in ihren Brutgebieten. Deshalb sieht man die schönen Vögel mit dem braungefleckten Gefieder und dem grauen Schwanz mit schwarzer Spitze. Ältere Männchen erkennt man am grauen Kopf. Oft sieht man die Vögel nicht nur, sondern hört sie auch: ein lautes „kikikikikii“  hoch oben am Himmel.

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One thought on “Gefiederter Großstädter: der Turmfalke”

  1. Meine Beobachtungen sind natürlich nicht repräsentativ, aber ich habe das Gefühl, der Turmfalke ist nicht mehr so häufig wie noch vor ein paar Jahren – jedenfalls sehe oder höre ich ihn nur noch recht selten. Ich will mal hoffen, dass ich einfach nur schlechter beobachte als früher.

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