Gegen dunkle Stimmungen ist ein Kraut gewachsen

Johanniskraut Foto: Silke Böttcher
Johanniskraut Foto: Silke Böttcher

Wenn man sich die Blüten auf dem Foto so ansieht, dann wundert man sich nicht, dass sie mit der Sonne in Verbindung gebracht werden. Und das Johanniskraut ist tatsächlich auf besondere Weise mit der Sonne verbunden. Seine Blütezeit beginnt kurz nach der Sommersonnenwende – der Name der Pflanze stammt vom Johannistag (24. Juni) ab. In der Berliner Natur blüht das Johanniskraut auch jetzt noch, an Wegrändern, auf Brachflächen und eigentlich überall dort, wo es trocken und sonnig ist.  Sehr anspruchsvoll ist es nicht.

Wertvolle Heilpflanze: das Johanniskraut

So mancher Landwirt sieht das Johanniskraut als Unkraut und mäht es ab. Dabei ist die Pflanze mit den wunderschönen leuchtend gelben Blüten  mit ihrem auffälligen Büschel an Staubblättern nicht nur bei Hummeln und Bienen sehr beliebt, sondern auch noch eines der bedeutendsten Heilkräuter überhaupt. Die wichtigste Eigenschaft scheint es direkt aus der Sonne zu ziehen: Die Pflanze hilft gegen depressive Stimmungen – sie bringt, salopp formuliert, Sonnenstrahlen ins Gemüt. Und das sehen nicht nur Naturheilkundler so, auch in der Schulmedizin wird Johanniskraut gegen nervöse Unruhe und leichten Depressionen verwendet.

Schon Paracelsus kannte die Pflanze

Grund sind die in der Pflanze enthaltenen Substanzen Hyperforin und Hypericin. Schon Paracelsus wusste das und nutzte das Johanniskraut, das außerdem krampflösend und entzündungshemmend wirkt, gegen Bronchitis, Appetitlosigkeit und wunden hilft. Allerdings sollte man, wenn man Johanniskrautpräparate nimmt, keine Sonnenbäder nehmen – die Pflanze erhöht die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht.  Anwenden kann man das Mittel als Kapsel, Tee, Tinktur (in hochprozentigem Alkohol angesetzt) oder Öl.

Johanniskraut – Symbol für die Sonne

Die alten Germanen kannten die Wirkung des Johanniskrautes vermutlich auch, denn sie sahen in ihm ein Symbol für die Sonne. Kein Wunder, dass man aus den Zweigen früher Kränze geflochten hat und sie zu den Sommersonnenfesten trug!  Ganz nebenbei war man auch überzeugt, dass die Pflanze Dämonen und böse Geister abwehrt, und dass sogar der Teufel Reißaus nimmt, wenn er in die Nähe des Johanniskrautes kommt.   Und wer nicht glaubt, dass im Johanniskraut tatsächlich Magie steckt, der sollte mal eine Blütenknospe zwischen den Fingern zerreiben. Danach weiß man, warum die Pflanze auch Johannisblut genannt wird: Beim Zerreiben tritt ein rotes Öl aus – das „Blut des Heiligen Johannes“…

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