Geister der Nacht: Fledermäuse in Berlin

Mausohr
Mausohr Foto: NABU/Eberhard Menz

Jetzt kommt sie wieder, die Zeit der Monster und Vampire – Halloween. Vielleicht gruselt man sich einfach ganz gerne ein bisschen, wenn es wieder früher dunkel wird. Aber die Geschöpfe, um die es hier geht, sind eigentlich gar nicht gruselig, sondern nur ein bisschen unheimlich, weil wir so wenig von ihnen wissen: Fledermäuse. Im Frühjahr waren sie schon einmal Thema dieses Blogs.

Fledermäuse: Jagd mit Ultraschall

Sie heißen Große Hufeisennase, Abendsegler oder Großes Mausohr (Foto), und sie sind dann unterwegs, wenn es dunkel wird. Insgesamt gibt es 900 Arten, und man findet sie beinahe überall auf der Welt. Aber trotzdem sieht man sie nur, wenn man sich viel Mühe gibt. Denn Fledermäuse leben im Verborgenen. Tagsüber ziehen sie sich in Mauerritzen oder Höhlen zurück, abends gehen sie auf Jagd. Dabei verlassen sie sich nicht auf ihre Augen, sondern auf ihr Ultraschall-Ortungssystem. Sie stoßen Ultraschallwellen aus, die, einfach gesprochen, auf ein Hindernis oder ein Beutetier prallen und zurückgeworfen werden. Die Fledermaus ist in der Lage, genau festzustellen, wie weit der Gegenstand oder das Beutetier entfernt sind. Selbst das Tempo, mit dem sich ein Tier bewegt, kann sie berechnen.

Besuch im Fledermauskeller in Spandau

Die Ruftöne der Fledermaus sind fürs menschliche Gehör nicht aufzunehmen. Es sei denn, man besucht den liebevoll eingerichteten Fledermauskeller in der Zitadelle Spandau (geöffnet tgl. 12-17 Uhr). Dort kann man nicht nur einige Tiere im (dunklen) Schaugehege sehen, sondern bekommt auch noch hör- und lesbare Informationen über das Leben der Fledermäuse. Außerdem gibt es dort regelmäßig spannende Führungen zu den Rückzugsorten der Fledermäuse in der Zitadelle (nächste Termine 12. und 19. Oktober, 18.30 Uhr, sowie 26. Oktober, 18 Uhr, weitere Infos: www.bat.ev.de).

Abschied vom Sommer im Ökowerk

Auch das Ökowerk lädt zu einer Führung ein, bei der man Fledermäuse und andere nachtaktive Waldbewohner wie Waldkäuze oder Wildschweine hören (und eventuell auch sehen) kann. Am 27. Oktober geht es zum Teufelsberg – Abschied nehmen von der Sommerzeit. Dr. Karin Drong begleitet die Neugierigen und erläutert, welches Tier zu welchem Geräusch gehört. Los geht es am 27. Oktober um 16.30 Uhr am Haupteingang des Ökowerks, Teufelsseechaussee 22 (Teilnahme 4, Kinder 3 Euro).

Fledermäuse beim Halloween-Fest im Botanischen Garten Berlin

Fledermäuse gibt es auch im Botanischen Garten Berlin – die Tiere haben dort einen Unterschlupf. Wenn die Dämmerung einsetzt, kann man sie mit etwas Glück am Himmel sehen. Am 27. Oktober aber tauchen eher welche am Erdboden auf: Dann nämlich feiert der Botanische Garten Halloween-Familientag (11-18 Uhr), und die Besucher kommen als Hexen, Geister, Monster und – Fledermäuse.  Und wenn wir schon mal dabei sind: Hauptdarsteller sind neben den prächtig kostümierten Besuchern 1000 Kürbisse, die im Laufe des Tages zu witzigen und gruseligen Fratzen gestaltet werden. Dazu gibt es ein Botanisches Gruselkabinett, eine Ausstellung mit Zauberpflanzen und einen Gruselgang. Eintritt: 6, erm. 3, Kinder bis 6 J. frei. Adresse: Königin-Luise-Platz (Bus 101, X83) und Unter den Eichen (Bus M48).

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