Der Gelbrandkäfer liebt stille Wasser

Käfer und Wasser – das geht normalerweise nicht gut. Es sei denn, es ist ein Schwimmkäfer wie der auf dem Foto abgebildete Gelbrandkäfer. Der ist ans Wasser perfekt angepasst. In Tümpeln und anderen stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern kann man ihn sehen.

Woher der Gelbrandkäfer seinen Namen hat

Man muss den Gelbrandkäfer schon ziemlich genau angucken, um zu sehen, woher er seinen Namen hat. Was nicht einfach ist, denn der etwa drei Zentimeter lange Käfer ist im Wasser ziemlich aktiv. Wenn er mal stillhält, kann man erkennen, dass sein Halsschild und die dunklen Deckflügel tatsächlich einen gelben Rand haben. Der Rest des Käfers ist schwarzbraun mit grünlichem Schimmer.

Hinterbeine wirken wie Paddel

An den Vorderbeinen haben Gelbrandkäfer-Männchen Saugnäpfe, die sie bei der Paarung einsetzen (zum Festhalten am Weibchen). Die Hinterbeine tragen Borsten und wirken im Wasser wie Paddel. Sein Körper ist länglich und flach gewölbt und bestens ans Leben im Wasser angepasst. Er ist ein schneller, eleganter Schwimmer und Taucher und effektiv als Jäger: Ausgewachsene Tiere und auch die Larven erbeuten Insektenlarven, Kaulquappen und sogar kleine Fische.

Auf- und Abtrieb im Wasser regulieren die Tiere mit einem Trick: Sie tragen einen sogenannten Enddarmblindsack, den sie mit Kot oder Wasser füllen und so ihr Gewicht ändern können.

Wie der Käfer Atem holt

Die Pflanzen im Wasser versorgen die Käfer mit Sauerstoff, aber sie müssen regelmäßig auftauchen, um Atem zu holen. Dabei hängen sie sich förmlich an die Wasseroberfläche (siehe Foto) und verbiegen sich ein bisschen, bis zwischen den Flügeln und dem Hinterleib Luft eindringen kann. Sie nutzen dafür die Oberflächenspannung des Wassers aus – ähnlich wie die Wasserläufer, die man relativ häufig auf der Oberfläche ruhiger Gewässer „Schlittschuh“ laufen sieht.

Fliegen zum neuen Tümpel

Übrigens können Gelbrandkäfer auch fliegen. Das tun sie, wenn ihr Tümpel austrocknet oder wenn sie einen neuen Lebensraum suchen. Allerdings können sie nur dort überleben, wo es Beutetiere gibt. Und Wasserpflanzen. Die brauchen sie nicht nur als Sauerstoff-Lieferanten, sondern auch für die Eiablage im März und April. Sie schneiden eine Öffnung ins Pflanzengewebe, legen die Eier hinein und schließen das Loch wieder. Die Larven haben eine ziemlich grobe Art, sich zu ernähren: Sie saugen ihre Opfer aus. Vor dem Winter verpuppen sie sich und überwintern als fertig ausgebildeter Käfer.

Gelbrandkäfer schützen sich gegen Feinde

Wehrhaft sind Gelbrandkäfer übrigens auch. Sie haben eine wirksame Methode gefunden, sich vor Fressfeinden zu schützen. Aus Drüsen am vorderen Segment des Brustbereichs können sie bei Gefahr ein Abwehrsekret abgeben, das Fische und Amphibien fernhält.

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