Ginkgo: Lebendes Fossil mit heilenden Kräften

Ginkgo, Baum, Blätter
Ginkgo Foto: Silke Böttcher

Der Ginkgo ist einer der auffälligsten Bäume, die ich kenne. Ein Gewächs mit sehr ungewöhnlichen Blättern, einer tief gefurchten Rinde und schlanker Gestalt, der in Berlin manchmal auch an Straßenrändern steht (zum Beispiel an der Hauptstraße in Schöneberg). Heimisch ist er bei uns nicht, aber schon seit Jahrhunderten eingebürgert.

Der Ginkgo – ein Einwanderer, der schon Goethe begeisterte

Ursprünglich kommt der Ginkgo (ein Baum kann bis zu 1000 Jahre alt werden!) aus China, um 1730 wurden die ersten Exemplare nach Europa gebracht und fühlten sich scheinbar schnell wohl, denn heute gibt es den Baum fast überall. Seine sehr harten, fächerförmigen Blätter sind so eindrucksvoll, dass sie schon vor Jahrhunderten Künstler inspiriert haben. Einer der berühmtesten Ginkgo-Liebhaber war Johann Wolfgang von Goethe, der 1815 ein Gedicht mit dem Titel „Ginkgo biloba“ verfasst und in seiner Gedichtsammlung „West-östlicher Diwan“ veröffentlicht hat. Manche sehen in der zweigeteilten Form der Blätter die Vereinigung zweier liebender Seelen.  Andere nennen den Baum liebevoll-respektlos Entenfußbaum (was auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist).

 Woher der Baum seinen Namen hat

Der Name des Ginkgo kommt aus dem Chinesischen und setzt sich zusammen aus den Worten „gin“ (für Silber) und „kyo“ (für Aprikose). Letzteres lässt sich erklären, denn die Ginkgo-Samen sehen ein bisschen aus wie Aprikosen. Wer die Nase hineinsteckt (nicht zu dicht, bitte!), der weicht aber schnell zurück, denn das Früchtchen riecht äußerst unangenehm nach ranziger Butter. Der Inhaltsstoffe Bilobol ist so aggressiv, dass er die Haut reizen kann. Anfassen ist nicht angeraten, denn der Geruch ist ziemlich anhänglich.

 30 Jahre bis zur ersten Blüte

„Lebendes Fossil“ sagen manche zum Ginkgo-Baum. Denn er ist der der einzige Überlebende der Pflanzenordnung Ginkgoales und seine Ursprünge sollen 250 Millionen Jahre zurückreichen. Da passt dann auch, dass es bis zu 30 Jahre dauert, bis der Baum zum ersten Mal blüht. Der Baum  kann bis zu 30 Meter hoch werden. In der wilden Natur steht er in Mischwäldern, in Großstädten hat er aber auch keine Probleme, denn er verträgt Schadstoffe besser als viele andere Bäume. Die Borke ist grau und das Holz ziemlich weich. Zu weich, um den Baum für die Holzindustrie interessant zu machen.

Ein Baum mit heilenden Kräften

Aber es sind auch eher die Blätter, die genutzt werden, denn der Ginkgo gilt als wertvolle Heilpflanze. Die Blätter enthalten Flavonoide, Ginkgolsäure, Alkohol, und ätherische Öle. Die Extrakte aus den Blättern werden zum Beispiel zur Behandlung von Demenz, Schwindel und Tinnitus, manche sagen sogar, die Einnahme von mindestens 240 Milligramm Extrakt pro Tag könne bei der Behandlung von Alzheimer helfen. Unterstützend wirkt Ginkgo bei der Verbesserung der Gedächtnisleistung, außerdem verbessert er die Fließeigenschaften des Blutes. Präparate mit Ginkgo gibt es in der Apotheke und in Drogerien. Mann kann aus den Blättern aber auch Tee zubereiten (zwei bis drei Teelöffel Blätter mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten lang ziehen lassen).

Der Gingko: Im Herbst färben sich seine Blätter leuchtend gelb

Im Herbst zeigt sich der Ginkgo, der übrigens der Baum des Jahrtausends ist und als Mahnmal für Umwelt und Frieden gilt, von einer ganz anderen Seite: Dann färben sich seine Blätter leuchtend gelb und inspirieren wieder viele Künstler zu Basteleien. Einfach auf Papier aufkleben ist die einfachste Lösung – und sieht an der Wand einfach zauberhaft aus!

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