Glasfassaden – tödliche Gefahr für Vögel

Dass eine Großstadt kein Paradies für Tiere ist, kann man sich vorstellen. Zu viele Autos, zu viele Menschen. Und: zu viele große Glasfassaden, die immer wieder Zugvögeln zum Verhängnis werden.

Glasfassaden des neuen Flughafens BER gefährden Vögel

Es sind weniger die Fenster von Wohnhäusern, an denen Vögel verunglücken. Sondern große Glasfassaden an Hochhäusern, vom Hauptbahnhof bis zum neuen BER-Terminal.  Die Zugvögel, die im Herbst in großer Zahl über Berlin hinwegziehen,  scheinen diese Fassaden nicht wahrzunehmen. Vielleicht weil sich in ihnen die Landschaft und der Himmel spiegeln. Mindestens genauso gefährlich ist es nachts, wenn die Häuser erleuchtet sind – die Glasflächen sind für die Vögel nicht zu sehen.

Verunglückte Vögel in der Nabu-Wildvogelstation

Der Nabu Berlin bekommt regelmäßig Opfer von Glasunfällen in seine Wildvogelstation gebracht. Einige Vögel überleben den Aufprall, aber viele brechen sich dabei das Genick. Zu viele. In den vergangenen Tagen waren es Singdrosseln und Goldhähnchen, Rotkehlchen und Waldschnepfen – die Liste ließe sich noch fortsetzen. Eine traurige Bilanz.

Greifvogel-Silhouetten sind meist wirkungslos

Die Idee, Silhouetten von Greifvögeln auf die Fenster zu kleben (siehe Foto), ist gut gemeint, aber sie bringt so gut wie nichts. Es sei denn, so der Nabu, man klebt sie außen auf die Scheibe und sprüht sie mit einem wasserunlöslichen Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutz ein – auf diese Weise ist die Silhouette  besser zu sehen. Auch Jalousien und Fensterdekorationen werden von den Vögeln wahrgenommen. Noch effektiver wäre es, Muster auf Glasscheiben zu kleben, Streifen zum Beispiel, die keinen zu großen Abstand haben (maximal zehn Zentimeter).

Sichtblenden für große Glasfassaden

Auch bei den großen Glasfassaden empfiehlt der Nabu, Sichtblenden oder halbflächige Markierungen anzubringen. Am besten schon beim Bau des Hauses. Um Vogelunfälle in  Zukunft zu verhindern.

Unter folgendem Link finden Sie eine Presse-Information des Nabu zur Glasfassade des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg

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